Der 15.000 Euro Schuldner

Klageerwiderung: Die Reaktion von Frank U

Vielleicht kurz zur Erklärung über den Ablauf einer Klage. Man reicht erstmal Klage ein, dadurch wird der Angeklagte informiert und hat nun seinerseits die Möglichkeit eine schriftliche Stellungnahme der Ereignisse abzugeben. Es ist generell zu sehen, ob ein Streitfall außergerichtlich geklärt werden kann, diese erste Antwort nennt man Klageerwiderung.

Frank U wurde also die Klage zugestellt in der ich die Vertragsauflösung und sofortige Rückzahlung der damals übergebenen 10.000 Euro fordere.
Weitere 5.000 Euro (Darlehen, Leistungen, etc) sind nicht Teil dieser Klage und werden zu einem späteren Zeitpunkt gesondert eingefordert.

Am einfachsten (und für Frank U kostengünstigsten) wäre es nun gewesen, die Klagsvorwürfe zu akzeptieren oder gar nicht zu reagieren (was denselben Effekt hätte). Dann fallen (für Ihn) zumindest keine weiteren Kosten für Anwalt und Gericht an.

Interessanterweise allerdings beschloß Frank U den gerichtlichen Weg fortzuführen. Dies bedeutet, dass er ungefähr 2-3000 Euro seinem Anwalt in Vorkasse bezahlen muss – also scheinbar hat er Geld für den Anwalt aber kein Geld um seine Schulden zurückzubezahlen – was den persönlichen Eindruck nicht unbedingt verbessert.

Frank U beteuerte immerhin die letzten 3 Jahre zu keiner einzigen Rückzahlung seiner Schulden befähigt gewesen zu sein. Und selbst auf meinen dringenden Hinweis eine zumindest teilweise Tilgung oder einen Rückzahlungsplan zu starten quittierte er mit der Aussage kein Geld zu besitzen („es ist ein schwieriger Monat gewesen“) oder, dass er dies „bald“ machen wollen würde. Tatsächlich hat er es nicht für nötig empfunden sich überhaupt zu melden.

Frank U hat in insgesamt 3 Jahren einen Betrag von 15.000 Euro Schulden angehäuft. 5.000 davon waren reine Geldleihen – und er hat davon bis heute nicht 1 Cent zurückbezahlt. Man könnte Absicht annehmen.

Die Klageerwiderung ist überraschend umfangreich ausgefallen und ich möchte der Allgemeinheit hiermit einen Einblick in diesen ermöglichen:

Kein Kauf, nur Versprechen

Schon in der Einleitung wird festgehalten, dass es sich bei dem damals abgeschlossenen (Zitat: schlampigen) Vertrag nicht um einen Kauf handelt, sondern lediglich um das Versprechen, Anteile der Firma überschreiben zu wollen.
Textlich möglicherweise nicht unkorrekt, da aber Geld nachweislich ohne Gegenleistung übernommen wurde, wird es schwierig festzustellen, warum die Umschreibung nie stattgefunden hat, da dies ja scheinbar zu jeder Zeit möglich gewesen wäre.

Laut mehrfacher Aussage von Frank U wäre dies nicht möglich gewesen, da nach wie vor der vorherige Geschäftspartner abgehauen sei. Um so überraschender, dass es nach Klagseinreichung plötzlich von heute auf morgen – quasi augenblicklich – doch funktioniert hätte.

Meine Schuld – natürlich

Es wird außerdem erwähnt, dass die Anbahnung mit einem Notar für gewöhnlich die Aufgabe des Käufers ist – also meine (und plötzlich bin ich doch der Käufer – also in einem Kaufvertrag?). An sich war mir neu, dass es dafür Regeln gibt, aber aufgrund der Tatsache, dass mir versichert wurde, eine Umschreibung der Anteile wäre aufgrund der gegebenen Situation nicht möglich, ist es sicherlich nachvollziehbar, dass ich keinen zum Notar geschleift habe – wenngleich dies sicherlich – nachträglich betrachtet – eine brauchbare Option gewesen wäre, da manche Personen Gutmütigkeit und Geduld scheinbar ausnutzen.

Und sowieso und überhaupt

Ein weiterer langatmiger Punkt beschäftigt sich mitunter damit, dass es meine Schuld gewesen wäre, dass die Firma überhaupt pleite gegangen ist (sie ist also nun offiziell pleite?) – da ich keine weitere Kapitaleinzahlung geleistet hätte und da ich nicht „mitgearbeitet“ hätte.

Frank U gibt an, es wäre eine weitere(!) Kapitaleinlage von 10.000 Euro verabredet worden (sieh an) und außerdem meine Mitarbeit im Unternehmen (auch neu). Beides weder Teil des Vertrages noch irgendeiner mündlichen Abmachung. Weitere Lügen eben.

Da es keine weitere Geldeinlage gegeben hat (dann würde ich jetzt auf 25.000 Euro Schulden sitzen, Gott bewahre) und da ich (als stiller Teilhaber mit „versprochenen“ 10% ohne Gehalt) nicht mitgearbeitet habe, meint Frank U nun schriftlich, dass es meine Schuld wäre, dass die Miete für den damaligen Laden (der gut lief) nicht bezahlt werden konnte, dass deswegen keine Gewinne erzielt werden konnten und deshalb der Laden und damit die Firma geschlossen werden musste. Schon etwas sehr dreist von jemandem der insgesamt 15.000 Euro bekommen hat.

Kurzer Rückblick: Zu Anfangs war überhaupt keine Rede davon, dass der Laden Probleme mit der Miete hätte. Laut Aussage von Frank U wollte er in ein anderes (größeres) Lokal umziehen. Tatsächlich erfuhr ich von Bekannten, dass der Laden plötzlich geschlossen wäre.
Im Verlauf der Gerichtsverhandlung stellt sich nun also heraus, dass die Miete gar nicht bezahlt werden konnte – es wurde also damals schon gelogen, dass sich die Balken biegen.
Ungefähr zeitlich wandte sich damals außerdem Frank U an mich, ob ich ihm nicht (weitere) 700 Euro borgen könnte. Dies seien noch offene Nebenkosten des Ladens die er dringend bezahlen musste. Auch hierbei hieß es, er würde es bald zurückbezahlen – er hat es natürlich nie(!) zurückbezahlt

Streng genommen hatte ich mich damals als stiller Teilhaber allerdings trotzdem (kostenfrei) um diverse Sachen gekümmert, habe die Webpräsenz/Webshop fertiggestellt (der nie von Frank U genutzt wurde), Hosting/Domain bereitgestellt, Werbung in Printmedien finanziert, Kooperationen mit Partnerfirmen hergestellt, Marketing über andere Firmen hergestellt, offene Communidad in Höhe von 700 Euro beglichen, ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, Wareneinkäufe im 4stelligen Bereich getätigt – ich denke, ich muss mir nicht vorwerfen lassen, dass das Scheitern durch offensichtliche Inkompetenz auf meine Schultern abgeladen wird. Eventuell muss man die Inkompetenz – sofern es sie gibt – woanders suchen.

Streng genommen muss er sich aber auch mal entscheiden – was denn nun? War ich nun Teilhaber oder nicht? Die Kohle hat er genommen, die Umschreibung nicht durchgeführt. Also selbst WENN es meine Schuld gewesen wäre, dass die Firma pleite ging, dann hätte er ja die Anteile umschreiben müssen (und die 10k behalten) – hat er aber nicht, daher kann er mir nicht vorwerfen irgendetwas nicht getan zu haben (und die 10k wieder zurückzugeben). Seltsame Logik des Herrn U

Wir sehen also, auf dieser Insel gibt es graue Schafe, schwarze Schafe und dunkelschwarze Schafe – man weiß nie woran man gerät.

Die schiere Dreistigkeit von Frank U zum einen weiterhin wehement die Rückzahlung von Schulden (und daraus resultierend letztendlich auch die Anteilszahlung) zu verweigern und dann noch angeben, es wäre meine Schuld hat nun letztendlich dazu geführt, dass die Geschichte und der Fall von Frank U nun öffentlich zu lesen ist.

Am Dienstag, den 15.03.2016 findet die Vorverhandlung am Gericht Maspalomas statt. Dort entscheidet sich voraussichtlich der Zeitpunkt der Hauptverhandlung.

Update: Man zeigte sich nicht Verhandlungsbereit und so wurde die Hauptverhandlung auf Mitte Juni festgesetzt.

Weiter geht’s auf Seite 3: Hat Frank Unrecht?

14 Gedanken zu „Der 15.000 Euro Schuldner“

  1. Den kenn ich noch aus Deutschland. Er hat dort auch Geld geklaut und war auch schonmal im Knast (wir hatten ja bereits per Mail geschrieben)

    1. Ob er Geld geklaut hat weiß ich nicht, aber hat zumindest noch einige Schulden offen. Ob das noch so ist, kann ich aber nicht sagen. Muss mal ein paar alte Kollegen kontaktieren, wie der Stand der Dinge ist. Die sind sicher neugierig

        1. Solltest du selbst Probleme dort gehabt haben, kannst du Dich ja an **** wenden und Deinen Sachverhalt dort mitteilen – die sind in der Regel recht flott, wenn es um Ihren Namen oder Ruf geht.

  2. Er hat sich im übrigen vor kurzem einen Mercedes SL500 mit entsprechender Leistung zugelegt.

    Scheint es sich gut gehen zu lassen, während er sich sein Leben scheinbar durch Schulden finanziert, die er nicht gedenkt zurückzuzahlen. Der Wagen hat vermutlich genausoviel gekostet wie er Dir schuldet.

    Gibt’s schon was neues von der Gerichtsfront?

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