Der 15.000 Euro Schuldner

Klageerwiderung: Die Reaktion von [Anonym]

Vielleicht kurz zur Erklärung über den Ablauf einer Klage. Man reicht erstmal Klage ein, dadurch wird der Angeklagte informiert und hat nun seinerseits die Möglichkeit eine schriftliche Stellungnahme der Ereignisse abzugeben. Es ist generell erst zu sehen, ob ein Streitfall außergerichtlich geklärt werden kann, diese erste Antwort nennt man Klageerwiderung.

[Anonym] wurde also die Klage zugestellt in der ich die Vertragsauflösung und sofortige Rückzahlung der damals übergebenen 10.000 Euro fordere (da die Leistung nicht erbracht wurde)
Weitere 5.000 Euro (Darlehen/Geldleihen/Warenkäufe, Leistungen, etc) sind nicht Teil dieser Klage und werden zu einem späteren Zeitpunkt eventuell gesondert eingefordert.

Am einfachsten (und für [Anonym] kostengünstigsten) wäre es nun gewesen, die Klagsvorwürfe zu akzeptieren oder gar nicht zu reagieren (was denselben Effekt hätte). Dann fallen (für Ihn) zumindest keine weiteren Kosten für Anwalt und Gericht an.

Interessanterweise allerdings beschloß [Anonym] den gerichtlichen Weg fortzuführen. Dies bedeutet, dass er ungefähr 2-3000 Euro seinem Anwalt in Vorkasse bezahlen muss (was natürlich nur eine Annahme ist) – man muß sich als Gläubiger also zwangsläufig die Frage stellen, warum seit 3 Jahren keine Schuldentilgung möglich war, immerhin wurden auch Angebote der Ratenrückzahlung als Unmöglich tituliert, da man kein Geld hätte. Ohne regelmäßig Rückfrage hätte sich der Schuldner vermutlich gar nicht mehr gemeldet.

Die Klageerwiderung ist überraschend umfangreich ausgefallen und ich möchte der Allgemeinheit hiermit einen Einblick in diesen ermöglichen:

Kein Kauf, nur Versprechen

Schon in der Einleitung wird festgehalten, dass es sich bei dem damals abgeschlossenen Vertrag gar nicht um einen Kauf handelt, sondern lediglich um das Versprechen, Anteile der Firma überschreiben zu wollen.

Ich nehme an, sein Anwalt zielt darauf ab, dass bereits der Versuch der Anteilsüberschreibung als vertragserfülled betrachtet werden soll (daher auch die Einladung des Anwaltes nach Klagestellung, doch umgehend einen Notar aufzusuchen). Rein logisch wäre es nicht erklärbar, dass jemand 10.000 Euro verschenkt um lediglich die Premise zu erkaufen, dass jemand versucht eine Gegenleistung zu erfüllen. Entspricht jedenfalls nicht dem Vertragsgegenstand, wäre keine gängige Geschäftspraxis und bedürfe meines Erachtens der dringenden, expliziten Nennung dieses Umstandes im Vertragswerk, was nicht der Fall ist. Der Vertrag enthält auch kein Versprechen sondern die faktische Umschreibung der Anteile gegen einen Kaufwert von 10.000 Euro.

Tatsächlich wurden auch von [Anonym] keine sichtbaren Anstalten unternommen, die Anteilsumschreibung und die dafür notwendigen verwaltungsrechtlichen Notwendigkeiten einzuleiten. Tatsächlich machte ich sogar den Vorschlag eine neue Firma gemeinsam zu gründen, sollte ein Umschreibung nicht möglich sein. Dies hätte allerdings weitere Kosten verursacht und [Anonym] wollte sich darüber erkundigen (und man hat nie wieder davon gehört).

Firmenpleite meine Schuld

Ein weiterer langatmiger Punkt beschäftigt sich mitunter damit, dass es meine Schuld gewesen wäre, dass die Firma überhaupt pleite gegangen ist (also scheinbar ist sie offiziell pleite,  ich war immer noch in der falschen Annahme, dass sein aktueller Laden noch immer die besagte Firma IST). Als Grund der Zahlungsunfähigkeit wurde angegeben, dass ich keine weitere Kapitaleinzahlung geleistet hätte und nicht “mitgearbeitet” hätte.

[Anonym] gibt an, es wäre eine weitere(!) Kapitaleinlage von 10.000 Euro verabredet worden (ist mir neu) und außerdem meine Mitarbeit im Unternehmen (auch neu). Beides weder Teil des Vertrages noch einer mündlichen Abmachung. Immerhin galt die damalige Einlage für ein laufendes(!), profitables(!) Unternehmen, welches nach wenigen Monaten plötzlich und unerwartet geschlossen wurde.

Da diese dubiose zweite Geldeinlage von 10.000 Euro (laut späterer Aussage, sollten angeblich sowohl [Anonym] als auch ich nochmal je 10.000 Euro Kapitaleinlage tätigen, was keiner Abmachung entspricht) nicht getätigt wurde – logisch, denn das ist völlig aus der Luft gegriffen – hätte angeblich die Miete nicht bezahlt werden können und deshalb keine Gewinne erzielt werden können und deswegen der Laden und die Firma geschlossen werden musste.

Erinnern wir uns einen Moment zurück. Der Anteilskauf mit 10.000 Euro erfolgte für ein profitables Unternehmen mit Ladenlokal. In weiterer Folge war nie die Rede davon, dass es Probleme mit der Miete gäbe – die Aussage war, dass man in ein größeres Lokal umziehen wollte. Auch lieh sich [Anonym] 700 Euro zur Tilgung von nicht bezahlten Nebenkosten des Ladenlokals (nie zurückbezahlt). Durch Dritte erfuhr ich nach einiger Zeit, dass der Laden plötzlich geschlossen war.
Wiederholen wir das noch einmal: Man erfährt durch Dritte, dass der Laden scheinbar geschlossen ist, nicht etwa vom vermeintlichen Geschäftspartner

Als an sich stiller Teilhaber (Geldgeber) ist es nun auch nicht so, dass ich vollkommen unbeteiligt geblieben wäre. Ich stellte Webhosting/Domain und Verwaltung (nicht Pflege) des gewünschten Onlineshops bereit (der nie genutzt wurde), finanzierte Werbung und Medienmaterial aus eigener Tasche, finanzierte 2 Warenlieferungen ala ~1000 Euro vor, lieh 700 Euro Communidad und stellte ein Fahrzeug gegen Kostenersatz (der nie bezahlt wurde) zur Verfügung. Was eigentlich keine geringe Leistung für lediglich 10% Firmenbeteiligung ohne Anstellung ist, nehme ich an.

Es steht an dieser Stelle jedem frei, sich seine eigene Meinung über den Angeklagten zu machen.

Am Dienstag, den 15.03.2016 findet die Vorverhandlung am Gericht Maspalomas statt. Dort entscheidet sich voraussichtlich der Zeitpunkt der Hauptverhandlung.

Update: Man zeigte sich nicht Verhandlungsbereit und so wurde die Hauptverhandlung auf Mitte Juni festgesetzt.

Weiter geht’s auf Seite 3: Wer hat Unrecht?

13 Gedanken zu „Der 15.000 Euro Schuldner“

    1. Ob er Geld geklaut hat weiß ich nicht, aber hat zumindest noch einige Schulden offen. Ob das noch so ist, kann ich aber nicht sagen. Muss mal ein paar alte Kollegen kontaktieren, wie der Stand der Dinge ist. Die sind sicher neugierig

        1. Solltest du selbst Probleme dort gehabt haben, kannst du Dich ja an **** wenden und Deinen Sachverhalt dort mitteilen – die sind in der Regel recht flott, wenn es um Ihren Namen oder Ruf geht.

  1. Er hat sich im übrigen vor kurzem einen Mercedes SL500 mit entsprechender Leistung zugelegt.

    Scheint es sich gut gehen zu lassen, während er sich sein Leben scheinbar durch Schulden finanziert, die er nicht gedenkt zurückzuzahlen. Der Wagen hat vermutlich genausoviel gekostet wie er Dir schuldet.

    Gibt’s schon was neues von der Gerichtsfront?

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