Der 15.000 Euro Schuldner

Die Hauptverhandlung war eine eher kuriose Geschichte, und ich bitte auch um Umsicht für das verspätete Update und die neuesten Ereignisse.

Mich erreichten mittlerweile erstaunlich viele Nachrichten und Mails über weitere geschädigte sowohl aus Deutschland, Österreich und auch Gran Canaria. Der gute Frank U. hat sich wohl bereits so einige Feinde gemacht und gerne erzählen Sie mir Ihre Geschichten – das ist so amüsant wie erschreckend zugleich, dennoch werde ich diese hier nicht veröffentlichen.

Ich war ehrlich gesagt selbst überrascht, wieviele Leute sich persönlich bei mir gemeldet haben und Ihre Geschichten geteilt haben. Da erfährt man von Schulden hier und dort, dubiosen Geschäften, Insolvenzen, Gefängnisaufenthalte, Kundenbeschwerden, Betrügereien und anderen fadenscheinigen Vorgängen – erstaunlich.

Mitte Juni war dann nun die Verhandlung mit Frank U bei Gericht. Da der beklagte mittlerweile mit allerhand düsteren Dingen tätowiert ist, war ich neugierig, wie er sich wohl adjustieren würde – und tatsächlich hat er gute Arbeit geleistet alle Tattoos zu verbergen.

Ein Beschluss liegt übrigens noch nicht vor, da dies hier auf den Kanaren alles sehr lange dauert und außerdem Gerichtsferien im Sommer sind (wie auch überall sonst). Insofern ist der letztendliche Richterspruch noch ausstehend und ich berichte lediglich über die Verhandlung selbst.

Im Grunde gibt es auch gar nicht viel zu erzählen. Herr U. wurde für seine Aussage aufgerufen – auf Nachfrage meines Anwaltes bestätigte er eigentlich bereits beim ersten Satz, dass ihm bewusst war, dass die Anteilsveräußerung bei Vertragsschluss gar nicht möglich ist und damit war die restliche Verhandlung nur noch Formsache.

In weiterer Folge warf Frank U. aber ein, dass ich ja den notariellen Besuch verweigert hätte  – was eigentlich egal ist, da der Notar überhaupt nichts hätte machen können/dürfen, da zuvor die Gesellschaft zustimmen müsste. Dies hätte schriftlich passieren müssen – und noch einiges weitere. Also aus unterschiedlichen Gründen schlichtweg gelogen bzw. so abwegig, dass jeder, der nur halbwegs Ahnung von der Materie hat die Sinnlosigkeit dieser Aussage erkennen kann.

Zumal Frank U nie Anstalten gemacht hat in irgendeiner Weise die notwendigen Formsachen zu erledigen, wie es seine Pflicht gewesen wäre – und ich ihn nachweisbar mehrfach dazu aufgefordert habe.

Weiters wurde angegeben, dass von beiden Vertragspartnern angeblich mündlich vereinbart worden wäre, dass jeder nochmals 10.000 Euro in die Firma hätte einbringen sollen – da aber Frank U zu jeder Zeit (angeblich) zahlungsunfähig war (und durch mich ohnehin finanziert wurde, was er natürlich vor Gericht nicht erwähnt hat) hätte er dies selbst nicht bewerkstelligen können und es stellt sich auch die Frage, warum dieser Passus dann nicht schriftlich vereinbart worden ist – ganz einfach weil Frank U sich das nur ausgedacht hat und damit die Abstrusität seiner Aussage schon fast ins Lächerliche ausartet.

Alles in allem wurden einige dreiste Lügen vorgetragen, die sich allerdings schon aus logischen Gründen von selbst enttarnen. Nach der Aussage von Frank U verzichteten daher beide Anwälte auf meine Aussage, da ich die Sache für ihn nur noch hätte verschlimmern können und die Verhandlung wurde beendet.

Während also sein Anwalt am Schlussplädoyer noch irgendwie versuchte die Schuld von seinem Mandanten abzuwenden sparte sich mein Anwalt die Mühe und zeigte nur noch einmal die Zwispältigkeit der Aussage auf und verwies lediglich auf die unstimmigen Diskrepanzen derselben.

Wenn also Frank U angibt, er hätte ja eh immer zum Notar wollen, der Notar aber gar nichts hätte tun können und sich Frank U dessen laut eigener Aussage bewusst war. Das ist in etwas so als knalle man seinen Kopf gegen eine Betonsäule obwohl man weiß, dass das weh tut und beschwere sich dann über Schmerzen.

Frank U hat sich übrigens mittlerweile überall Totenköpfe tätowieren lassen – da eventuell noch weitere Verhandlungen auf Ihn zukommen, bin ich eigentlich gespannt, wie er das bei einer nächsten Gerichtsverhandlung verdecken will – aber das ist ja nun nicht mein Problem.

Im Moment heisst es also abwarten, bis der Richter sein Urteil fällt und wenn ich richtig liege, dann geht der Spaß danach erst richtig los. Nach meiner Information erwarten mittlerweile einige Personen den Schuldspruch gegen Frank U.

Da es bei dieser Verhandlung also erstmal nur um 10.000 Euro geht und weitere 5.000 weiterhin schuldhaft bleiben wird sich das noch eine ganze Weile hinziehen, da ich nicht davon ausgehe, dass Frank U seine Schulden begleichen will – hatte er scheinbar ja auch nie vor.

Update 28.09.2016: Der Richter hat sein Urteil gefällt und schriftlich abgelegt. Frank U hat den Prozess verloren und wird zur Rückzahlung von 10.000 Euro und Erstattung aller Prozesskosten verurteilt.

Der Richter gibt dem Kläger in allen Punkten recht, so hätte ein Verkauf von Anteilen aus diversen Gründen gar nicht stattfinden dürfen; auch der Umstand, dass Frank U vor Gericht angab, sich dieser Sachlage und der von ihm erwarteten Pflichten bewusst war hat diesen Punkt nur unterstrichen.

Nach 20 Werktagen Berufungsfrist wird das Urteil rechtskräftig und kann vollstreckt werden. Das Urteil ist ziemlich unanfechtbar, sollte Frank U also weiterhin auf Verzögerung setzen, so wird ihm das lediglich noch mehr Geld kosten.

Die Gesamtkosten für Frank U für das Nicht-Bezahlen der ursprünglichen Forderung, des Rechttsstreits und der damit verbundenen Zusatzkosten dürften sich mittlerweile in nicht trivialen Gegenden bewegen. Und der Zinsticker läuft auch seit Prozessbegin. Mal sehen ob Berufung eingelegt wird oder nicht.

Nachtrag, 31.10.2016 – Im letzten Moment wurde tatsächlich noch Berufung eingelegt. Frank U. beruft sich scheinbar (u.a.) auf die Vertragsformulierung – nun denn. Da klar ist, dass es sich nicht um eine Schenkung handelte geht die Sache eben in die zweite Runde.

Betrachtet man den ursprünglichen Auslöser des ganzen Rechtsstreits (jegliche Verweigerung der Rückzahlung von den lediglich 5000 geliehenen Euro, die noch nicht einmal Teil dieses Prozesses sind) – und die bisherigen für Frank U entstandenen Anwaltskosten so wird schnell klar, dass sich der gute Mann jede Menge Kosten, Nerven und Ärger hätte ersparen können, wenn er sich zumindest zahlungswillig gezeigt hätte. Von meiner Seite gab es ja mehrmalige Angebote zur zinsfreien Schuldentilgung ohne weitere Regressansprüche. Manche machen sich das Leben scheinbar freiwillig schwer. Mit jeder Verzögerung steigen jetzt lediglich die Verzugszinsen für Hrn. U.

Aufgrund regen Interesses wird natürlich weiterhin über den Ablauf berichtet.

14 Gedanken zu „Der 15.000 Euro Schuldner“

  1. Den kenn ich noch aus Deutschland. Er hat dort auch Geld geklaut und war auch schonmal im Knast (wir hatten ja bereits per Mail geschrieben)

    1. Ob er Geld geklaut hat weiß ich nicht, aber hat zumindest noch einige Schulden offen. Ob das noch so ist, kann ich aber nicht sagen. Muss mal ein paar alte Kollegen kontaktieren, wie der Stand der Dinge ist. Die sind sicher neugierig

        1. Solltest du selbst Probleme dort gehabt haben, kannst du Dich ja an **** wenden und Deinen Sachverhalt dort mitteilen – die sind in der Regel recht flott, wenn es um Ihren Namen oder Ruf geht.

  2. Er hat sich im übrigen vor kurzem einen Mercedes SL500 mit entsprechender Leistung zugelegt.

    Scheint es sich gut gehen zu lassen, während er sich sein Leben scheinbar durch Schulden finanziert, die er nicht gedenkt zurückzuzahlen. Der Wagen hat vermutlich genausoviel gekostet wie er Dir schuldet.

    Gibt’s schon was neues von der Gerichtsfront?

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