Der 15.000 Euro Schuldner

Gran Canaria ist eine relativ kleine Insel – klein genug, dass sich Gerüchte schnell verbreiten, aber groß genug um Leuten, die man nicht mag, nicht zwangsläufig über den Weg laufen zu müssen.

Zu solchen Leuten gehören beispielsweise auch jene, die gerne plappern, hinter der Fassade aber möglicherweise nicht ganz so nobel sind, wie sie sich gerne darstellen. In manchen Fällen endet dies auch in einem teilweise erheblichen finanziellem Schaden. Um genau so einen geht es in diesem Beitrag. Der 15.000 Euro Schuldner.

Dieser Beitrag basiert auf Aufzeichnungen, Protokollen, Aussagen und Belegen. Der Author ist bemüht den Sachverhalt objektiv und wahrheitsgemäß darzustellen.
Grund des Artikels ist schlichtweg, Falschaussagen und der Gerüchteküche zuvorzukommen (begründet). Alle Namen können frei erfunden sein und Beteiligte sind gerne eingeladen Sachverhalte per Kommentar anzuzweifeln, richtigzustellen oder zu ergänzen. Auch anderslautende Gerüchte können gerne in den Kommentaren diskutiert werden.

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Angefangen hat alles vor nunmehr fast 3 Jahren. Ein bis dahin (vermeintlich) gut laufendes Geschäft aus dem Bereich Elektronik und Mobilfunk, betrieben von 2 Geschäftspartnern geriet in arge Bedrängnis, da sich wohl einer der beiden plötzlich mit dem gesamten Firmenkapital von angeblichen ~100.000 Euro aus dem Staub gemacht haben soll. Der verbleibende bestürzte Geschäftspartner Frank U. fand sich daraufhin in der Situation des Kapitalmangels wieder. Da ich Frank U. zu diesem Zeitpunkt kannte bot ich ihm an, dass ich ihm Kapital in Austausch für Firmenanteile verfügbar machen würde. Man einigte sich auf 10% Gesellschaftsanteile (basierend auf der Grundlage von 100.000), verfasst einen Vertrag und das Geld wurde übergeben.

Was sich leider erst zu späterer detaillierter Recherche herausstellte war, dass Frank U vor seinem Auftauchen auf Gran Canaria bereits eine Firma in Österreich betrieb, die vor seinem Abschied nach einem Konkursverfahren liquidiert wurde. Auf dieser Grundlage ist ein Kapitalwert von 100.000 eher fraglich.

Frank U. war damit in der Lage Wareneinkäufe zu tätigen, Firmenkosten zu decken und notwendige Zahlungen zu tätigen. Es gab damals einen Plan auf welchem die Kosten von Frank U. aufgeschlüsselt wurden und eine Summe X als Notwendigkeit festgelegt wurde (war an sich etwas unter 10.000, ich entschied mich für die rundere Summe).

Weiters bot ich ihm eines meiner Privatfahrzeuge zur Nutzung gegen Kostenersatz an, was er annahm.

Das Fahrzeug wurde für 1 Jahr (Okt. 2013 – Okt 2014) genutzt. Bezahlt wurde während diesem Jahr nicht 1 einziger Cent obwohl ein geringer monatlicher Kostenersatz abgesprochen war. Leider auch diesbezüglich keine vertragliche Regelung.

Während dieser Zeit wurde das Fahrzeug 1x abgeschleppt und musste durch mich ausgelöst werden und es erreichten mich 3x 200 € Strafe wegen Parkens und Sicherheitsgurt. Die Tickets wurden Frank U übergeben, bezahlt hat er sie nicht (auch auf Nachfrage hab ich nie eine Quittung erhalten) und wurden nach Ablauf der Frist durch mich bezahlt (über 600 Euro insgesamt) bzw. von meinem Konto gepfändet – schön, oder?

Als ich das Fahrzeug schlussendlich zurückholte war dieses durch einen Unfall beschädigt. Frank U hat weder Unfall- noch Polizeibericht für notwendig gehalten. Ich erfuhr davon erst ein paar Tage nach dem Vorfall, genauer 1 Tag bevor ich das Fahrzeug zurückforderte.

Frank U. sagte nun, er würde ein Gerichtsverfahren gegen den geflüchteten Geschäftspartner einleiten und dass laut Aussage seines Anwaltes bis dahin keine Umschreibung der Gesellschafter möglich wäre. Dies wurde fast 3 Jahre als Grund angegeben, warum keine Umschreibung erfolgte – die Aussage war angeblich von seinem Anwalt. Frank U entnahm während dieser 3 Jahre regelmäßig Geld aus dem Unternehmen – eine 10% Beteiligung an diesen Ausschüttungen wurde schlichtweg unterlassen.

Tatsächlich ist es so, dass Frank U eine Gesellschafterversammlung hätte einberufen müssen, zu welcher sein Partner (der Vorkaufsrecht auf Firmenanteile hat) ziemlich sicher nicht aufgetaucht wäre und erst dann hätte Frank U (fremde) Firmenanteile überhaupt veräußern dürfen. Dies ist nie passiert. Daher lässt sich annehmen, dass Frank U nie die Absicht hatte, Firmenanteile umzuschreiben.

Der Laden lief für kurze Zeit weiter und ich half durch Kauf einer neuen Internetadresse (die alte war auf den Flüchtling geschrieben), stellte Webspace für einen angedachten Webshop zur Verfügung, recherchierte Informationen, bezahlte Print- sowie Online-Werbung und bereitete den angedachten Webshop vor.

Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass unerwarteterweise 700 Euro an Comunidad für das Ladenlokal offen wären und Frank U bat mich bei einem persönlichen Besuch um weitere 700 Euro um diese bezahlen zu können. Ich gab Sie ihm, da für mich als (vermeintlicher) Mitgesellschafter die Aufrechterhaltung des Ladenbetriebes erstmal wichtig war. Dazu gab es dummerweise keinen Vertrag, Frank U versicherte mir jedoch mündlich, das Geld innerhalb 1 Monats zurückzubezahlen (das ist bis heute nie passiert).

Tatsächlich hat Frank U in 3 Jahren nicht 1 Euro zurückgezahlt – ich habe nie Geld von Ihm zurückerhalten.

Im Laufe der ersten Monate schloss Frank U plötzlich sein bisheriges Ladengeschäft (ich erfuhr dies über Dritte). Mir gegenüber wurde auf Nachfrage letztendlich angegeben, dass er gleich gegenüber ein größeres Lokal hätte mieten wollen, sein altes daher gekündigt hätte und der Umzug bevor steht. Tatsächlich fand nie ein Umzug statt, angeblich hätte sich der neue Vermieter umentschieden. Tatsächliche Beweggründe sind mir nicht bekannt. Frank U stand nun also aus fragwürdigen Gründen ohne Laden da – statt sich ein neues Lokal zu suchen, beschloss er, gar keinen Laden mehr zu betreiben sondern sich auf den Großhandel und Vertrieb über Vertriebspartner zu konzentrieren.

Nach wie vor wurde nicht 1 Cent Rückzahlung der angelaufenen Schulden geleistet oder Firmenanteile umgeschrieben. Laut der Aussage von Frank U. musste er im Winter 2013 einem zukünfigen Mitarbeiter 3000 Euro borgen. Da dieser Mitarbeiter Arbeit für die Firma leisten würde, sah er dies als wichtig an.

Tatsächlich wurden nie 3000 Euro verborgt. Besagter Kollege wusste davon nichts. Man darf also eine Lüge annehmen.

4. März 2014 – Frank U benötigt weitere Wareneinkäufe. Er kam also erneut auf mich zu und bat um den Einkauf von Waren im Wert von ungefähr 1000 Euro (plus Zoll, plus Versand und Postgebühr). Erneut stimmte ich zu ihm dieses Geld zu leihen, da es durch angenommene Firmenbeteiligung auch in meinem Interesse schien. Erneut wurde zugesagt, dass dieses Geld nach Verkauf der Waren umgehend an mich zurückgezahlt werden sollte. Es wurde bis heute nie zurückbezahlt. Auch hierfür gibt es keinen Schuldschein, aber Zahlungs- sowie Lieferbestätigung. Warenlieferung und Übergabe an Frank U am 18. März 2014

Seinem neuen Mitarbeiter wurde gesagt, diese Bestellung sei von Firmengeld bezahlt worden – was natürlich nicht stimmte (Zahlungs- und Lieferbelege der Ware liegen vor).  Soweit mir bekannt, wurde diese Ware im Laufe des Jahres (und Ende des Jahres der Restbestand) veräußert. Frank U. hat seine diesbezüglichen Schulden nie gedeckt, ich von diesem Geld nie wieder etwas gesehen. Auch diese Einnahme wurde scheinbar unterschlagen – ich erfuhr davon durch Dritte.

Zwischenzeitlich wurde ein „freier Mitarbeiter“ zugezogen, der Läden besuchen und Vertriebspartner aquirieren sollte. Das war zwar nach einem Monat nicht erfolgreich, Frank U aber überzeugte seinen neuen Geschäftskollegen (dem er angeblich 3000 Eur geliehen hatte) diesem freien Mitarbeiter die versprochenen 1000 Euro „Gehalt“ zu bezahlen. Gerüchte sagen, der freie Mitarbeiter hat dieses Geld nicht oder nur teilweise erhalten. Eine direkte Äußerung des Betroffenen liegt mir nicht vor.

Über mehrere Monate hörte ich nichts von Frank U. Auch in Bezug auf die offenen Schulden wurde nach Anfrage abgewinkt, herausgeredet oder vertröstet. Es wurde gesagt, es liefe immer noch ein Gerichtsverfahren gegen seinen ehem. Partner und daher wurden auch noch keine Anteile umgeschrieben – dies sei, laut seiner Aussage, nicht möglich. (Dies hätte ihm sein Anwalt so gesagt)

Während dieser Zeit lebte Frank U. in einem Haus (gehobener Lage) und bezahlte dort um die 700-900 Euro Miete – oder sollte er bezahlen. Man munkelt er hätte es nicht bezahlt und wäre letztendlich der Räumungsklage zum Opfer gefallen. Dies kann ich weder bestätigen noch dementieren. Frank U selbst sagte erst der Vermieter wolle das Haus verkaufen und ihn deswegen rauswerfen (~April 2014, angeblich wolle er das Ostergeschäft nutzen – auch hier fand keinerlei Rückzahlung oder anteilsmäßige Gewinnausschüttung statt) – was dann aber erst nicht passierte (Annahme: Frank U bezahlt doch noch Miete) – einige Monate später wurde das Haus dann doch plötzlich aufgegeben und eine neue Bleibe gesucht. Mein Anraten in Bezug auf die mittlerweile erhebliche Schuldenlast mir gegenüber sich erstmal eine möglichst billige Unterkunft (=Wohnung) zu suchen wurde mehr oder minder ignoriert; zumal er aber mit seiner Freundin zusammengezogen ist, lässt sich darüber keine Kritik ausüben.

März 2015 – Frank U beschließt zusammen mit einem Kollegen (jenem, dem er angeblich die 3000 Euro geborgt hat) wieder ein Ladenlokal zu eröffnen. An anderer Stelle und unter anderem (Firmen-)Namen.

Tatsächlich läuft dieser Laden scheinbar nicht mehr unter der damaligen Gesellschaft sondern als (neues) Einzelunternehmen. Noch immer wurden keine Firmenanteile umgeschrieben und die Firma scheint nunmehr auch gar nicht mehr genutzt zu werden.

Tatsächlich wurde für die besagte Gesellschaft keinerlei Aktivität festgestellt, es wurden weder Bilanzen eingereicht noch Versammlungen abgehalten. Kurz: Die Firma war wertlos und ohne Funktion – zu diesem Zeitpunkt wusste ich davon noch nichts. Frank U. beteuerte weiterhin dass man bald Geld verdienen werde und das sonstige mittlerweile übliche Bla-Bla ala „dann können wir uns bald Gewinne auszahlen“. Ich wies ihn weiterhin mehrmals auf die offenen zusätzlichen Schulden von mittlerweile knapp 5000 Euro hin und bot ihm eine Ratenzahlung an – für gewöhnlich wurde dann gesagt, dass er ab nächstem Monat endlich rückzahlen wollte. (das wurde jeden Monat gesagt. 2 Jahre lang. Im Grunde hat er es ignoriert)

Ich blieb weiterhin geduldig – vertraute der Aussage, dass der Laden keinen Gewinn machen würde. Scheinbar machte der Laden aber Gewinn. Genug um allerlei Ausgaben zu tätigen, genug um sich sogar ein Auto auf Ratenzahlung zuzulegen, beim inseleigenen Oktoberfest eine Runde nach der anderen zu schmeißen, Fitnesscentergebühren zu bezahlen oder in neue Tattoos zu investieren.

Als Anteilshalter hätte ich an sich das Recht auf Anteile der Privatentnahmen, Einsicht in die Firmenbilanz etc gehabt, doch die Firmenanteile waren einerseits nach wie vor nie überschrieben worden andererseits agierte Frank U überhaupt nicht mehr über diese Firma, die vermutlich weder einer Steuerprüfung standhalten würde, noch einer Insolvenz entgehen könnte.

Nach fast 3 Jahren Freundlichkeit, Geduld und Zuvorkommen beschloss ich dann einen Schlussstrich zu ziehen und teilte Frank U dann im Oktober 2015 persönlich mit, dass ich unseren Vertrag über den Anteilskauf wegen Nichterfüllung als nichtig und die offenen Schulden von nunmehr 15.000 Euro als fällig erachte. Ich gab ihm eine angemessene Zeit zur sofortigen, zinsfreien Rückzahlung der Schulden und teilte ihm mit, dass es nun an ihm liege sich zu melden, sonst würde sich jemand bei ihm melden.

Er meldete sich nicht. Daher meldete sich mein Anwalt bei ihm. Frank U geht daraufhin zu seinem eigenen Anwalt und dieser schreibt mir dann eine Mail mit dem Angebot der sofortigen Anteilsüberschreibung.

Plötzlich würde es also klappen! Nach fast 3 Jahren in denen gesagt wurde, eine Umschreibung wäre nicht möglich, würde es plötzlich klappen. Verzögerungsfrei. Mittlerweile ist mir allerdings bekannt, dass die Firma nur noch zum Schein existiert und allein die Tatsache, dass es plötzlich „einfach so“ funktionieren würde, sagt mir, dass Frank U nie wirklich Interesse daran hatte Anteile umzuschreiben, eventuell sogar unter Absicht. Auf dieser Grundlage bin ich an keinerlei weiterer geschäftlicher Verbindung mit dieser Person interessiert und so wird die Klage fortgeführt.

Weiter geht’s auf Seite 2 mit der Reaktion von Frank U und der Klageerwiderung.

Wenn nicht anders angegeben ist dieser Beitrag mit Belegen, Aussagen oder Beweisen nachweisbar. Jeder ist eingeladen sich selbst seine Meinung über die Vorfälle zu bilden. Namen müssen nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen.

14 Gedanken zu „Der 15.000 Euro Schuldner“

  1. Den kenn ich noch aus Deutschland. Er hat dort auch Geld geklaut und war auch schonmal im Knast (wir hatten ja bereits per Mail geschrieben)

    1. Ob er Geld geklaut hat weiß ich nicht, aber hat zumindest noch einige Schulden offen. Ob das noch so ist, kann ich aber nicht sagen. Muss mal ein paar alte Kollegen kontaktieren, wie der Stand der Dinge ist. Die sind sicher neugierig

        1. Solltest du selbst Probleme dort gehabt haben, kannst du Dich ja an **** wenden und Deinen Sachverhalt dort mitteilen – die sind in der Regel recht flott, wenn es um Ihren Namen oder Ruf geht.

  2. Er hat sich im übrigen vor kurzem einen Mercedes SL500 mit entsprechender Leistung zugelegt.

    Scheint es sich gut gehen zu lassen, während er sich sein Leben scheinbar durch Schulden finanziert, die er nicht gedenkt zurückzuzahlen. Der Wagen hat vermutlich genausoviel gekostet wie er Dir schuldet.

    Gibt’s schon was neues von der Gerichtsfront?

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