Der 15.000 Euro Schuldner

Gran Canaria ist eine relativ kleine Insel – klein genug, dass sich Gerüchte schnell verbreiten, aber groß genug um Leuten, die man nicht mag, nicht zwangsläufig über den Weg laufen zu müssen.

Zu solchen Leuten gehören beispielsweise auch jene, die gerne plappern, hinter der Fassade aber möglicherweise nicht ganz so nobel sind, wie sie sich gerne darstellen. In manchen Fällen endet dies auch in einem teilweise erheblichen finanziellem Schaden. Um genau so einen geht es in diesem Beitrag. Der 15.000 Euro Schuldner.

Dieser Beitrag basiert auf Aufzeichnungen, Protokollen, Aussagen und Belegen. Der Author ist bemüht den Sachverhalt objektiv und wahrheitsgemäß darzustellen.

Dieser Artikel ist anonymisiert und stellt eine Meinungsäußerung nach dem Grundrecht dar. Dieser Artikel enthält keine Namen oder andere Identifizierungsmerkmale. Annahmen oder Hören/Sagen sind entsprechend textlich als solche ausgezeichnet.

Dieser Beitrag hat mehrere Seiten – am unteren Ende des Artikel findet Ihr jeweils die Links zu den weiteren Seiten

Angefangen hat alles vor nunmehr fast 3 Jahren (~2012). Ein bis dahin (vermeintlich) gut laufendes Geschäft aus dem Bereich Elektronik, betrieben von 2 Geschäftspartnern geriet (mutmaßlich) in arge Bedrängnis, da sich wohl einer der beiden plötzlich mit dem gesamten Firmenkapital von angeblichen ~100.000 Euro aus dem Staub gemacht haben soll. Der verbleibende bestürzte Geschäftspartner [Anonym] fand sich daraufhin in der Situation des Kapitalmangels wieder. Da ich [Anonym] zu diesem Zeitpunkt kannte bot ich ihm an, dass ich ihm Kapital in Austausch für Firmenanteile verfügbar machen würde. Man einigte sich auf 10% Gesellschaftsanteile (basierend auf der Grundlage von angenommenen 100.000 Basiskapital), verfasste einen Vertrag und das Geld wurde übergeben.

[Anonym] sollte damit in der Lage sein Wareneinkäufe zu tätigen, Firmenkosten zu decken und notwendige Zahlungen zu tätigen. Es gab damals einen Plan auf welchem diese Kosten von [Anonym] aufgeschlüsselt wurden und eine Summe X als Notwendigkeit festgelegt wurde (war an sich etwas unter 10.000, ich entschied mich für die rundere Summe).

Weiters bot ich ihm eines meiner Privatfahrzeuge zur Nutzung gegen Kostenersatz an, was er annahm.

Das Fahrzeug wurde für 1 Jahr (Okt. 2013 – Okt 2014) genutzt. Bezahlt wurde während diesem Jahr nicht 1 einziger Cent obwohl ein geringer monatlicher Kostenersatz abgesprochen war. Dazu gab es leider lediglich eine mündliche Vereinbarung. Auf Nachfrage gab [Anonym] an, dass er im Moment kein Geld hätte und nächsten Monat bezahlen würde. Es wurden laufend neue Gründe gefunden, warum er den Kostenersatz nicht bezahlen könnte und nach 12 Monaten entzog ich ihm dann das Fahrzeug.

Während dieser Zeit wurde das Fahrzeug 1x abgeschleppt und musste durch mich ausgelöst werden und es erreichten mich 3x 200 € Strafe wegen Parkens und Sicherheitsgurt. Die Tickets wurden [Anonym] übergeben, bezahlt hat er sie nicht (auch auf Nachfrage hab ich nie eine Quittung erhalten) und wurden nach Ablauf der Frist durch mich bezahlt (über 600 Euro insgesamt) bzw. nach einiger Zeit wegen Nicht-Zahlung von meinem Konto gepfändet.

Als ich das Fahrzeug schlussendlich zurückholte war dieses durch einen Unfall beschädigt. [Anonym] hat weder Unfall- noch Polizeibericht für notwendig gehalten. Ich erfuhr davon scheinbar erst ein paar Tage nach dem Vorfall, genauer 1 Tag bevor ich das Fahrzeug zurückforderte. Um präzise zu sein, wurde mir erst gesagt, ich könne das Fahrzeug erst später abholen, da er es noch reinigen wollte und erst auf mein Drängen am nächsten Tag erfuhr ich von dem Unfall.

[Anonym] sagte nun, er würde ein Gerichtsverfahren gegen den geflüchteten Geschäftspartner einleiten und dass laut Aussage seines Anwaltes bis dahin keine Umschreibung der Gesellschafter möglich wäre. Dies wurde fast 3 Jahre als Grund angegeben, warum keine Umschreibung erfolgte.

Tatsächlich ist es so, dass [Anonym] eine Gesellschafterversammlung hätte einberufen müssen, zu welcher sein Partner (der Vorkaufsrecht auf Firmenanteile hat) ziemlich sicher nicht aufgetaucht wäre und erst dann hätte [Anonym] (fremde) Firmenanteile überhaupt veräußern dürfen. Dies ist nie passiert. Daher lässt sich annehmen, dass [Anonym] nie die Absicht hatte, Firmenanteile umzuschreiben.

Der Laden lief für einige Zeit weiter und ich half durch Kauf einer neuen Internetadresse (die alte war auf den Flüchtling geschrieben), stellte Webspace für einen angedachten Webshop zur Verfügung, recherchierte Informationen, bezahlte Print- sowie Online-Werbung und bereitete den angedachten Webshop vor.

Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass unerwarteterweise 700 Euro an Comunidad für das Ladenlokal offen wären und [Anonym] bat mich bei einem persönlichen Besuch um weitere 700 Euro um diese bezahlen zu können. Ich gab Sie ihm, da für mich als (vermeintlicher) Mitgesellschafter die Aufrechterhaltung des Ladenbetriebes erstmal wichtig war. [Anonym] versicherte mir jedoch mündlich, das Geld innerhalb 1 Monats zurückzubezahlen (es wurde nie zurückbezahlt).

Tatsächlich hat [Anonym] in 3 Jahren nie etwas zurückbezahlt. In der gesamten Zeit hatte ich nie etwas zurück erhalten.

Im Laufe der ersten Monate schloss [Anonym] plötzlich sein bisheriges Ladengeschäft (ich erfuhr dies über Dritte). Mir gegenüber wurde auf Nachfrage letztendlich angegeben, dass er gleich gegenüber ein größeres Lokal hätte mieten wollen, sein altes daher gekündigt hätte und der Umzug bevor steht. Tatsächlich fand nie ein Umzug statt, angeblich hätte sich der neue Vermieter umentschieden. Tatsächliche Beweggründe sind mir nicht bekannt. [Anonym] stand nun also aus unbekannten Gründen ohne Laden da – statt sich ein neues Lokal zu suchen, beschloss er, gar keinen Laden mehr zu betreiben sondern sich auf den Großhandel und Vertrieb über Vertriebspartner zu konzentrieren.

Nach wie vor wurde eine Rückzahlung der bisherigen Schulden aufgeschoben und auch keine Anstrengungen unternommen, Firmenanteile umschreiben zu wollen. Laut der Aussage von [Anonym] mir gegenüber musste er im Winter 2013 einem zukünfigen Mitarbeiter 3000 Euro leihen. Da dieser Mitarbeiter Arbeit für die Firma leisten würde, sah er dies als wichtig an.

Tatsächlich wurden nie 3000 Euro verliehen. Der betroffene „zukünftige Mitarbeiter“ gab an, davon nichts zu wissen.

4. März 2014 – [Anonym] benötigt weitere Wareneinkäufe. Er kam also erneut auf mich zu und bat um den Einkauf von Waren im Wert von ungefähr 1000 Euro (plus Zoll, plus Versand und Postgebühr). Erneut stimmte ich zu ihm dieses Geld zu leihen, da es durch angenommene Firmenbeteiligung auch in meinem Interesse schien. Erneut wurde zugesagt, dass dieses Geld nach Verkauf der Waren umgehend an mich zurückgezahlt werden sollte. Es wurde nie zurückbezahlt. Auch hierfür gibt es zwar keinen Schuldschein, aber Zahlungs- sowie Lieferbestätigung. Warenlieferung und Übergabe an [Anonym] am 18. März 2014

Seinem nunmehr neuen Mitarbeiter wurde gesagt, diese Bestellung sei von Firmengeld bezahlt worden.  Soweit mir bekannt, wurde diese Ware im Laufe des Jahres (und Ende des Jahres der Restbestand) veräußert. [Anonym] hat seine diesbezüglichen Schulden nicht gedeckt, ich von diesem Geld nie wieder etwas gesehen. Ich erfuhr davon durch Dritte.

Zwischenzeitlich wurde ein angeblich ein „freier Mitarbeiter“ zugezogen, der Läden besuchen und Vertriebspartner aquirieren sollte. Das war zwar nach einem Monat nicht erfolgreich, [Anonym] aber überzeugte angeblich seinen neuen Mitarbeiter (dem er angeblich 3000 Eur geliehen hatte) diesem freien Mitarbeiter die versprochenen 1000 Euro „Gehalt“ zu bezahlen. Angeblich hat dieser freie Mitarbeiter dieses Geld nicht oder nur teilweise erhalten. Dies kann ich allerdings weder bestätigen noch dementieren, da ich mit der betroffenen Person nicht gesprochen habe sondern Dritte davon erzählt hatten.

Über mehrere Monate hörte ich nichts von [Anonym] Auch in Bezug auf die offenen Schulden wurde nach Anfrage vertröstet oder aufgeschoben. Es wurde gesagt, es liefe immer noch ein Gerichtsverfahren gegen seinen ehem. Partner und daher wurden auch noch keine Anteile umgeschrieben – dies sei, laut seiner Aussage, nicht möglich. (Dies hätte ihm sein Anwalt so gesagt)

[Anonym] bewohnte zu dieser Zeit ein Haus in gehobener Lage. Irgendwann gab es scheinbar nach seiner Aussage Probleme mit dem Vermieter, weswegen er eine neue Unterkunft suche. Ich riet ihm aufgrund seiner Schuldensituation zu einer günstigen Wohnung.

März 2015 – [Anonym] beschließt zusammen mit einem Mitarbeiter (jenem, dem er angeblich die 3000 Euro geborgt hat) wieder ein Ladenlokal zu eröffnen. An anderer Stelle und unter anderem (Firmen-)Namen.

Scheinbar wurde dieser neue Laden gar nicht mehr unter der ursprünglichen Firma betrieben, sondern als (neues) Einzelunternehmen), ich erfuhr davon erst später durch Dritte. Dem Anschein nach also wurde die vorherige Firma bereits aufgegeben und derselbe Geschäftszweck jetzt unter anderem Namen fortgeführt.

Tatsächlich wurde für die besagte Gesellschaft (bei späterer Überprüfung) keinerlei Aktivität festgestellt, es wurden weder Bilanzen eingereicht noch Versammlungen abgehalten. Kurz: Die Firma war eigentlich ohne Funktion – zu diesem Zeitpunkt wusste ich davon nichts. [Anonym] beteuerte weiterhin dass man bald Geld verdienen und sich Gewinne auszahlen könnte. Ich wies ihn weiterhin mehrmals auf die offenen, zusätzlichen(!) Schulden von mittlerweile knapp 5000 Euro hin und bot ihm mehrfach eine Ratenzahlung an – diese wurde allerdings regelmäßig durch ihn aufgeschoben (2 Jahre lang)

Ich blieb weiterhin geduldig – vertraute der Aussage, dass der Laden keinen Gewinn machen würde. Tatsächlich aber war es [Anonym] möglich ein Auto auf Raten zu kaufen und diverse (verzichtbare) Ausgaben privater Natur zu tätigen.

Als letztendlich Klage durch mich eingereicht wurde, war sogar Geld für ein teures Gebrauchtfahrzeug verfügbar, der Anwalt konnte bezahlt werden und weitere augenscheinliche Ausgaben waren offensichtlich ein eher nebensächliches Problem.

Nach fast 3 Jahren Freundlichkeit, Geduld und Zuvorkommen beschloss ich dann einen Schlussstrich zu ziehen und teilte [Anonym] dann im Oktober 2015 persönlich mit, dass ich unseren ursprünglichen Vertrag über den Anteilskauf wegen Nichterfüllung als nichtig und damit den ursprünglichen Betrag sowie die angelaufenen Schulden von insgesamt 15.000 Euro als fällig erachte. Ich gab ihm eine angemessene Zeit zur sofortigen, zinsfreien Rückzahlung der Schulden und teilte ihm mit, dass es nun an ihm liege, sich zu melden um die Sache abzufertigen.

Er meldete sich nicht daraufhin, wurde Klage erhoben um den Streitwert gerichtlich einzufordern. Als Reaktion darauf engagierte [Anonym] selbst einen Anwalt, welcher mir nun per E-Mail anbot, dass man sofort die Anteile überschreiben könnte.

Ich staunte nicht schlecht, als es plötzlich so einfach funktionieren sollte! 3 Jahre lang wurde behauptet eine Anteilsumschreibung wäre nicht möglich. Aufgrund meiner Klage und diversen Recherchen ist nun allerdings klar, dass die Firma schon seit langem keinerlei Aktivität mehr verzeichnet und auf anwaltliche Rückfrage, wäre eine Umschreibung ohnehin auch jetzt nicht so einfach möglich. Fakt ist allerdings, dass die Firma heute offenbar ohnehin wertlos ist, sie wurde allem Anschein nach bereits lange aufgegeben – viel schwerwiegender allerdings, schätze ich [Anonym] nach obigen Vorfällen nicht mehr als vertrauenswürdig ein, was die Grundlage jeder Geschäftbeziehung sein sollte.

Weiter geht’s auf Seite 2 mit der Reaktion von [Anonym] und der Klageerwiderung.

Wenn nicht anders angegeben ist dieser Beitrag mit Belegen, Aussagen oder Beweisen nachweisbar. Jeder ist eingeladen sich selbst seine Meinung über die Vorfälle zu bilden. Namen müssen nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen.

13 Gedanken zu „Der 15.000 Euro Schuldner“

  1. Den kenn ich noch aus Deutschland. Er hat dort auch Geld geklaut und war auch schonmal im Knast (wir hatten ja bereits per Mail geschrieben)

    1. Ob er Geld geklaut hat weiß ich nicht, aber hat zumindest noch einige Schulden offen. Ob das noch so ist, kann ich aber nicht sagen. Muss mal ein paar alte Kollegen kontaktieren, wie der Stand der Dinge ist. Die sind sicher neugierig

        1. Solltest du selbst Probleme dort gehabt haben, kannst du Dich ja an **** wenden und Deinen Sachverhalt dort mitteilen – die sind in der Regel recht flott, wenn es um Ihren Namen oder Ruf geht.

  2. Er hat sich im übrigen vor kurzem einen Mercedes SL500 mit entsprechender Leistung zugelegt.

    Scheint es sich gut gehen zu lassen, während er sich sein Leben scheinbar durch Schulden finanziert, die er nicht gedenkt zurückzuzahlen. Der Wagen hat vermutlich genausoviel gekostet wie er Dir schuldet.

    Gibt’s schon was neues von der Gerichtsfront?

Schreibe einen Kommentar zu Opfer Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.