Die „neuen“ Blitzer

Es ist ja eigentlich lustig, wie oft man von „neuen“ Blitzern gewarnt wird. Selbst, wenn die zugehörigen Bilder schon 10 Jahre alt sind und sich schon längst als falsch herausgestellt haben. Ist aber eben das Internetphänomen – alles wird geteilt, kaum etwas wird hinterfragt.

Da war zum Beispiel vor eig langer Zeit der Blitzerentwurf, der in die Leitplanke integriert war und – ganz neu – jetzt auch der mit dem oben zu sehenden Bild.

Jetzt hat so ein Blitzer eigentlich mehrere Funktionen – und mehrere Anforderungen an seine Beschaffenheit.

Das wichtigste – weswegen die meisten Prototypen dann letztendlich nicht zum Einsatz kommen – ist der Vandalismusschutz. Also es soll einfach keiner hingehen können und das Teil kaputt machen. Die Teile sind daher erstmal richtig robust gebaut. So filligrane Teile wie in den „Internetfunden“ wären sofort kaputt (siehe Bild) hätten also überhaupt keinen Sinn und würden sofort zerstört werden.

Das zweite wichtige Argument ist natürlich, dass ein Blitzer eigentlich sichtbar sein soll – immerhin ist der primäre (offizielle) Zweck, dass Leute langsamer fahren und nicht, dass sie geblitzt werden. Der Blitzer soll also seinen Zweck schon durch seine Präsenz erfüllen. Daher stehen in vielen Ländern auch einfach Attrappen herum. Die funktionieren meist genauso gut und kosten nur einen Bruchteil an Anschaffung und Wartung.

Spanien bildet da natürlich eine Ausnahme – in Spanien will man Geld verdienen, daher „parken“ entweder Autos mit eingebauter Radaranlage oder man stellt versteckt ein Dreibein hinter der Leitplanke auf oder wo man ihn sonst nicht sieht, bspw. nach einem Tunnel oder einer Unterführung.

In Spanien werden Geschwindigkeitskontrollen meist verdeckt durchgeführt – ganz klar steht die Busgeldeinnahme im Vordergrund

Besagte Dreibeine stehen natürlich meist nicht unbeaufsichtigt herum.

Und dann gäbe es dann natürlich die Frage, WARUM man vor einem Blitzer wie dem oben genannten warnen sollte. Denn diese Pfosten stehen überall herum. Da könnte man ebensogut davor warnen, dass sich Polizisten mit ner Radarpistole in Bäumen verstecken. Bäume sind eben überall – die Warnung hat also eigentlich überhaupt keinen Sinn außer eben dass man sich besser IMMER ans Limit hält – und das wäre dann ja auch wieder der (offizielle) Hauptzweck einer Radarmessungsanlage.

Wenn also jemand ständig damit rechnen muss unwissend geblitzt zu werden, wird er immer langsam fahren – auch, wenn es oben gezeigte Radargeräte gar nicht gibt. Also eine Art Propaganda, die soe gesehen eigentlich direkt im Nutzen der „Verkehrssicherheit“.

Dann muss man allerdings auch hinterfragen ob Geschwindigkeitslimits an einigen Stellen überhaupt vernünftig gewählt werden. Denn, wenn sich Leute kaum ans Limit halten, dann ist ein Limit meistens auch wenig sinnvoll. Es gibt unglaublich viele Stellen, die ganz klar zu stark limitiert sind.

In Spanien kostet das Überschreiten der vorgeschrieben Geschwindigkeit ab 200 Euro.

Man könnte jetzt sagen, „Langsamer ist immer Sicherer“ – stimmt aber nicht. Dann könnte man ebenso sagen, es wäre sicherer gar nicht mit dem Auto zu fahren. Was technisch korrekt aber wenig praktikabel ist.

Geschwindigkeitslimits sollten zum einen schon deshlab vernünftig (also nicht permanent zu niedrig) gewählt werden, da sie Ihre Ernsthaftigkeit verlieren. In anderen Ländern zeigt ein 40er Limit ganz deutlich an, dass die folgende Strecke/Passage unerwartet kurvig etc ist – DAS IST SINNVOLL

Ein permamentes 40er Limit auf einer 2 km langen geraden mit 5 km Sicht außerorts – NICHT SINNVOLL und verkehrspsychologischer Schwachsinn.

Aber mit Verkehrspsychologie sind einige Regierungen dieser Zeit schlichtweg überfordert – vermutlich ist man sich der Bedeutung dieses Wortes auch gar nicht mehr bewusst und platziert lieber noch den ein oder anderen Bremshügel.

bla

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.