Aufenthaltsbestätigung – ein weiteres Beispiel spanischer Ineffizienz

Der ein oder andere wird viell. die letzten Tage auch einen kurzen Besuch von einem Polizeibeamten bekommen haben, der eine „Einladung“ zum Ayuntamiento aushändigt wo man seinen Aufenthalt bestätigen soll.

Aus irgendeinem Grund betrifft das aber scheinbar nicht alle Bewohner einer Residenz, auch  wenn sie sich zum selben Zeitpunkt dort angemeldet haben. Wie auch immer – Man soll sich innerhalb von 10 Tagen doch bitte beim Ayuntamiento melden. Der, der den Zettel in Empfang nimmt wird per NIE vermerkt und muss den Empfang bestätigen. So weit so gut.

Auf dem Zettel steht, man solle sich zur Bestätigung des Aufenthaltes innerhalb von 10 Tagen am Ayuntamiento einfinden mit Kopie und Original der Residencia.

Also marsch zum Amt

Einige Tage später – sofern man es sich leisten kann mehrere Stunden untätig herumzufahren und zu -stehen – macht man sich daher auf zum Ayuntamiento und bemerkt, dass scheinbar auch die halbe Insel so einen Zettel bekommen hat, daher ist erstmal anstellen angesagt. Nach ungefähr einer halben Stunde (und einer gefühlten Ewigkeit) ist man dann endlich an der Reihe, zeigt nur den Zettel, den alle anderen vor einem auch schon gezeigt haben und legt die Kopie und das Original der Residencia gleich dazu.

Aber das war es nicht

Man erhält daraufhin gleich mal einen Zettel zum ausfüllen und soll das bitte woanders erledigen. Am besten an dem dafür vorgesehenen Tisch.

Also stellt man sich nun wieder 30 Minuten an diesem einen Tisch an, wo man dann endlich sein Formular ausfüllen kann, damit man sich danach wieder 30 Minuten anstellen darf um das nunmehr ausgefüllte Formular wieder abzugeben.

Am Tisch stellt man dann aber schnell fest: Es gibt keine Kugelschreiber. Entweder hat sie bereits jemand geklaut oder es waren nie welche da. Wer weiß das schon. Wer jetzt keinen hat, kann freundlich fragen, ob man sich bei jemand anderem einen ausborgen kann (die meisten kennen das schon und werden einen mit haben)

Unglaubliche Demonstration spanischer Ineffizienz

An diesem Fall sieht man wieder sehr schön wie abartig ineffizient ein Land funktionieren kann – und es funktioniert scheinbar irgendwie noch immer.

Man muss sich schon die Frage stellen, warum dieser Standard-Zettel zum ausfüllen nicht direkt bei Übergabe der „Einladung“ ausgehändigt wird? Warum ist das nicht direkt 1 Zettel, den man bereits ausfüllt und dann nur noch abgibt?

Warum genau stellt man einen Polizisten ab, der eine Einladung persönlich aushändigt nur um dann am Amt 30 Minuten zu warten, bis man den eigentlichen Zettel bekommt? Wer überlagt sich so einen Mist bitte?

Man muss sich eigentlich überhaupt die Frage stellen, wenn man schon einen Polizisten dafür abstellt, dass er Zettel austeilt und sich den Empfang bestätigen lässt, warum man dann überhaupt noch zum Amt muss? Der Polizist war doch da, der hat doch bereits bestätigt, dass man noch existiert und hier noch wohnt – er hat sogar eine Unterschrift. Warum kassiert der nicht direkt die richtige Unterschrift auf dem richtigen Zettel?

In Spanien gilt es eben doch eher so: Einfach nicken und nicht zuviele Fragen stellen, das kostet nur Nerven 🙂 Am Ende erinnert man sich immer wieder gerne, dass es ja scheinbar doch einen Grund hat, warum Spanien in einer Krise steckt.

Im übrigen können sich auch Leute wie Frank U. durch Unterschlagung und Schuldtilgungsweigerung jahrelang dem Zugriff entziehen, weil die spanischen Gerichte in etwa so schnell arbeiten wie die Evolution (allerdings laufen die Zinsen, somit ist der Fall Frank U im Moment eher sowas wie eine sichere und gute Geldanlage, die Schulden des Guten wachsen immer weiter – hoch lebe der Zinseszins)

Man stelle sich vor, was hier los wäre, wenn jeder die verlorene Zeit der spanischen Regierung in Rechnung stellt – zack, pleite. Also noch mehr pleite als jetzt schon.

Eigentlich reicht ja schon, wenn man bedenkt, wieviel Steuergelder die Regierung verliert durch entfallene Arbeitszeit – Wer nicht arbeitet kann nichts verrechnen, kann keine Einnahmen machen, kann davon keine Steuern zahlen. Ob man das auf höchster Ebene wohl einrechnet? Die BEamten kosten Geld und jeder der auf’s Amt rennt verdient kein Geld und zahlt keine Steuern. Die finanziellen Verluste durch inneffiziente Verwaltung müssten in die Millionen gehen.

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