Das gerechte Steuersystem

„Die wirklich teuren Flüchtlinge sind die Steuerflüchtlinge“ – prangerte unlängst auf einem Wahlplakat und prompt melden sich die Sozialisten unterstützend und sprechen davon, wie ungerecht es doch bspw. ist, dass der Steuersatz 38-50% beträgt während Unternehmen lediglich feste 25% bezahlen (Österreich).

„Gerecht“ – da ist es wieder, warum ich Sozialisten nicht leiden kann. Sie haben gar keine Ahnung, was „gerecht“ überhaupt bedeutet. Gerecht wäre nämlich ein fester Steuerbetrag pro Bürger. Da jeder Bürger diesselben Leistungen vom Staat erhält wäre es nur gerecht, wenn auch jeder Bürger denselben betrag dafür bezahlt. Da würden so manchem Sozialisten aber die Ohrläppchen flattern.

Ist es ungerecht?

Tatsächlich ist es so, dass unser Steuersystem sozial ist. Jene, die viel verdienen tragen die Steuerlast von denen mit, die wenig verdienen. Ein Beispiel gefällig, wie ein „gerechtes“ Steuersystem aussehen würde?

Österreich: Im Jahr 2014 wurden insgesamt knapp 100 Milliarden Euro an Steuern eingenommen (Gesamteinnahmen, der Einfachheit halber).  Dem gegenüber stehen knapp 5.5 Millionen Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Das entspricht einer ungefähren durchschnittlichen Steuerlast von 20.000 € pro Jahr pro Einwohner (egal ob arbeitend oder nicht) – oder – einer monatlichen Belastung von knapp 1700 Euro, die jeder Bürger einfach zu bezahlen hätte, wenn gerechterweise jeder denselben Beitrag leisten würde, da ja jeder diesselbe Leistung erhält.

Logischerweise kann das nicht funktionieren, weil die Arbeiterklasse das gar nicht erst verdient. Wir sehen also: Das aktuelle Steuersystem ist sozial, die, die mehr haben, bezahlen die Steuern jener, die sie sich nicht leisten können.

So manchem Sozialisten ist das aber nicht genug. Die, die mehr Geld haben sollen bitteschön NOCH mehr bezahlen. Am besten alles.

Sinnbildlich für Sozialisten: Wir machen alles – solange ich selbst nicht die Nachteile ausbaden muss.

Was die Sozialisten auch nicht bedenken, wenn sie nach höheren Steuern für Unternehmen verlangen: Es ändert nichts. Die Produkte oder die Dienstleistung würde lediglich teurer werden, der Kunde müsste mehr bezahlen. Herzlich schlechte Lage, weil verdienen tut dabei überhaupt niemand außer der Staat und eine allfällige Steuererleichterung der Arbeiterklasse wäre hinfällig, da der tägliche Konsum einfach teurer wird. Am Ende lacht nur der Staat. Der kassiert nämlich am Papier immer noch dieselben Steuern, lacht sich aber durch die (prozentual berechnete) Mehrwertsteuer leise ins Händchen. Und die zahlt der Konsument auf nunmehr teurere Produkte. Dem Unternehmer kann’s egal sein.

Aber die reichen Bürger! DIE könnten doch mehr Steuern bezahlen!

Klaro – die haben’s ja, sagen die Sozialisten. Was macht aber der Reiche mit seinem Geld? Genau. Er gibt es aus. Das Geld wandert zu einem großen Teil in die lokale Wirtschaft oder als Mehrwertsteuer ins Staatssäckle.
Wenn Ihr ihn aber ins Ausland verjagt, weil er sich durch hohe Steuern geprellt fühlt – dann gibt er sein Geld eben DORT aus. Auch da schaut Ihr Sozialisten durch die Finger und habt am Ende weniger als vorher.

Was die Sozialisten gerne HÄTTEN ist ganz simpel; nämlich dass jemand mit viel Geld für einen Kühlschrank mehr bezahlen soll, als jemand mit weniger Geld. Es ist aber immer noch der gleiche Kühlschrank, die gleiche Leistung. Der Sozialist sieht es aber als „unfair“ an, dass der Arme für dasselbe Produkt den gleichen Preis bezahlen soll. Ja geht’s noch?

Aber die Steuerflüchtlinge!

Ja, was ist denn mit den Steuerflüchtlingen? Ihr sprecht hier von Geld, dass Ihr ohne diese Unternehmen sowieso nicht hättet. Es war nie da, es wäre nie entstanden. Wenn sich Unternehmen so einrichten, dass sie Ihre Steuerlast verringern, dann ist das schlichtweg unternehmerisches Denken – am Ende wirkt sich das auf einen guten Endkundenpreis aus. Die Mehrwertsteuer wird ohnehin berechnet und die landet ohnehin im Staatssäckle – also worüber beschwert ihr euch? Dass der Großkonzern X statt 10 Mrd nur 5 Mrd Steuern zahlt? Warum? Ihr habt doch 5 Mrd! 50% von etwas sind besser als 100% von nichts. Wie gierig kann man eigentlich sein? Sollte das unternehmen zuviele Steuern zahlen müssen, ist es entweder nicht mehr marktfähig im internationalen Vergleich oder die Produkte und Leistungen sind schlichtweg viel teurer (und das muss der Konsument bezahlen, dem Unternehmen ists egal). Geht ein Großunternehmen pleite oder sperrt zu, weil die Kosten zu hoch sind – was passiert dann? Genau, 1000 Angestellte verlieren Ihre Arbeit. Und Ihr kriegt eben gar keine Steuern mehr. Toll gemacht, Sozialist. Super!

Sozialisten kann es gar nicht sozial genug sein. Es wäre schön, wenn Menschen einfach ein wenig mehr über Ihre Welt nachdenken, bevor Sie wichtige Wörter wie „gerecht“ zu Ihren Zwecken missbrauchen und Sie Ihrem Zweck entreissen. Konsequenzen scheinen heutzutage „out“ zu sein, irgendwie versucht sie jeder zu ignorieren. Aber wie wir wissen, wird der Vogel Strauss auch gefressen, obwohl er den Kopf in den Sand steckt.

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