Die Wahrheit über Steuerflucht

In den aktuellen medialen Debatten – auch in Verbindung mit der Flüchtlingskrise – taucht aus der linken Opposition immer wieder der Vorwurf auf, dass Steuerflucht sehr viel mehr Geld kostet als Flüchtlinge.

Ich selbst würde dies eher als die größte Milchmädchenrechnung des 21. Jahrhunderts bezeichnen. Handelt es sich doch bei der sogenannten Steuerflucht um Geld, dass der Staat ohne den Täter erst gar nicht hätte.

Wie definiert sich Steuerflucht?

Was ist eigentlich Steuerflucht oder was verteht der gemeine Bürger unter Steuerflucht. Der gemeine Bürger versteht darunter einen Unternehmer oder ein Unternehmen, welches mit fiesen Tricks alles so deichselt, dass er seine Steuern dort bezahlt wo es für ihn oder sein Unternehmen am lukrativsten ist.

In der Realität handelt es sich dabei allerdings oft um steueroptimierte Unternehmensstrukturen, deren Ziel ist logischerweise ist, Steuern zu sparen, sofern dies möglich ist.

Kann man das kritisieren? An und für sich ist es nämlich nichts anderes, als wenn ich vor dem Kauf eines Produktes Preise vergleiche und dann das Produkt dort kaufe, wo ich den besten Preis für die Leistung bekomme.

Man könnte jetzt sagen, dass dies ja böse ist, da der böse Konzern ja Gewinne in einem Land lukriert, dieses Land dann aber nicht seine Steuern bekommt.

Ist das richtig?

In erster Linie sollte man daran denken, dass ein Unternehmen Arbeitsplätze schafft, Lohnsteuern bezahlt und zu guter Letzt durch den Verkauf von Waren auch Umsatzsteuer generiert. Setzt man diese Kosten in einer Tabelle den tatsächlichen entgangenen Kapitalsteuereträgen gegenüber sieht die Welt nämlich schon wieder gänzlich anders aus.

Nehmen wir doch als aktuelles Beispiel die IKEA Kette, der ja ebenfalls vorgeworfen wird, dass sie Steuerflucht begehen und – also dem Staat und dem Bürger Geld stehlen (zumindest sieht das so der gemeine Bürger, der auf seinem Teller sitzt und den Rand nicht sieht).

  • Wieviele Arbeitsplätze schafft IKEA?
  • Wieviele Konsumten entstehen dadurch?
  • Wieviel zusätzliche Lohnsteuer wird durch IKEA lukriert?
  • Was würden die Arbeitslosen kosten, falls IKEA dichtmacht?

Warum genau interessiert es also den gemeinen Bürger, wo IKEA seine Unternehmensgewinne versteuert? Wobei wir hier nochmal anmerken möchten, dass IKEA keine Steuern hinterzieht sondern die unternehmerische Struktur lediglich optimiert hat, was völlig legitim ist.

Außerdem ist IKEA kein deutsches Unternehmen. Man könnte ja nun auch argumentieren, dass Schweden volles Anrecht auf alle Steuereinnahmen hätte. Dann würde das Politkarussel aber Rambazamba spielen.

Im Grunde ist also das Gefassel von Steuerflucht nichts anderes als das Heulen nach Geld, dass man nie hatte. Diesen kleinen aber feinen Unterschied sollte sich jeder erstmal vor Augen führen.

Ganz schlimm wird es dann, wenn Unternehmer selbst solche Steuermodelle kritisieren, aber in der eigenen Firma sehr wohl alle steuerlichen Möglichkeiten ausreizen um Steuern zu sparen – oder sagen wir besser – um nicht unnötig mehr Steuern zu bezahlen als notwendig. Manche sehen eben nicht, ob Sie im Glashaus sitzen, werfen aber munter mit Steinen.

Aber die Reichen mit Wohnsitz in Monaco!

Logisch – die Reichen sind immer die Bösen. Sie erdreisten sich nämlich, Ihr Geld nicht zu 100% dem Wohlstand zu widmen. Was man allerdings bedenken sollte, dass 1 einziger „Reicher“ im Jahr immer noch mehr Steuern bezahlt als 100 Bürger der Unterschicht. Er bezahlt also die Steuerlast von anderen Bürgern durch seine Steuern mit – das ist auch so beabsichtigt, weil sich der Kleine Mann nämlich sonst die Steuern nicht leisten könnte, die sein wertvoller Staat benötigt.

Hier wäre Dankbarkeit und Wissen angebrachter als das ewige anprangern von denen, die irgendwann das Land verlassen, weil Sie einfach keine Lust mehr haben die Melkkuh der Nation zu sein.

Aber legen wir auch hier das Beispiel auf den gemeinen Bürger um. Der gemeine Bürger durchschnittlicher Intelligenz – nennen wir Ihn Frank – steht also vor 2 Gasthäusern und überlegt in welches er einkehren möchte.

In dem einen Gasthaus stehen tolle Möbel, voll mit Flüchtlingen und das Bier kostet 50 Euro (weil man immer eine Lokalrunde zahlen muss). In dem anderen steht nichts besonderes an Möbeln, aber man kann ein Bier nur für sich kaufen und muss keine Lokalrunde schmeißen und daher kostet das Bier dort nur 1 Euro.

In welches Lokal wird Frankie einkehren, wenn er ein Glas Bier trinken will? Logischerweise in das mit dem billigeren Bier. Dort sitzt er dann und lamentiert über Steuerflüchtlinge.

Hat Frank Unrecht? Natürlich! Er hat nämlich selbst gerade dasselbe getan – er ist dort hingegangen wo er für weniger Geld eine gleichwertige oder bessere Leistung erhält. Das ist mit Steuern nicht anders. Warum sollte jemand 50% Steuern bezahlen, wenn er woanders auch nur 1% oder gleich überhaupt keine Steuern bezahlen muss.

Und da liegt nämlich auch das Problem. In dem einen Lokal sind nämlich alle gut drauf, weil ständig Lokalrunden ausgegeben werden. Zumindest sind die gut drauf, die sie nicht bezahlen müssen. Die anderen aber, die einfach nur Ihr Bier haben wollen, die gehen doch lieber ins andere Lokal ohne Lokalrunden.

Jetzt sitzen die ganzen Schmarotzer in dem teuren Lokal plötzlich alle auf dem Trockenen und müssten alle Ihre Lokalrunden selber bezahlen – daher zeigen Sie alle mit dem Finger auf das andere Lokal und rufen „Steuerflucht!“

Wir sehen also – Steuerflucht – ist kein Delikt. Es ist das was jeder von uns machen würde, wenn er die Möglichkeit hätte. Wir tun es under ganzes Leben und bei jeder Gelegenheit. Wem das nicht passt, der soll bitte nach Russland auswandern und dem Kommunismus fröhnen. Dort haben alle dasselbe – nämlich gar nichts – aber alle die übersozialistisches Blut in den Adern haben würden sich im Kommunismus vielleicht tatsächlich wohler fühlen.

Alle Realisten unter uns, freuen sich vielleicht über meinen Artikel und verstehen, worauf ich hinaus will. Nämlich, dass Steuerflucht etwas ist, was die Gesellschaft selbst zu verantworten hat. Wer die Großsteuerzahler für Ihre Leistung permanent mit Dreck bewirft, darf sich nicht wundern, wenn Sie irgendwann verschwinden und Ihre Steuern dann eben woanders zahlen, wo man Sie besser behandelt.

Das ist an sich nachvollziehbar und in den meisten Fällen eine natürlich Reaktion und keine Gier.

Da wir gerade von Gier sprechen

Wenn ein „Reicher“ in eurem Land ein Auto um 1.000.000 Euro kauft, dann bezahlt er bereits 200.000 Mehrwertsteuer. Und der Autohändler bezahlt bereits 160.000 Einkommenssteuer. Der Staat verdient also an diesem einen Reichen, der sein Geld ausgiebt auf einen Schlag 360.000 Euro. Einfach so. Egal, wo die Million ursprünglich versteuert wurde.

Aber trotzdem von Steuerflucht sprechen? Wer ist hier gierig?

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