Saatgut-Genetik: Fakten, die niemand bedenkt

Genetisch erstelltes Saatgut – ein Reizthema der heutigen Medien und Medienbetrachter. Den Leuten wird gar Angst und Bang, wenn Sie davon hören, dass böse Konzerne mit dem Erbgut von Pfanzen experimentieren um eine neue, bessere Sorte zu züchten. Dabei tun wir das schon seit jeher und niemand scheint es zu wissen.

Die Genetik ist eines dieser Dinge, die wir schon seit Anbeginn der Zeit anwenden, selbst als wir noch gar nicht wussten, was Genetik eigentlich ist. Im Grunde für viele eine anmaßende Gott-Spielerei und doch ist fast jedes Lebensmittel, welches wir heute verwenden irgendwann genetisch so von uns erschaffen worden.

Was viele scheinbar nicht wissen oder verdrängen ist die tatsache, dass eine jede Züchtung im Grunde eine absichtlich herbeigeführte Veränderung des Genoms ist. Dabei spielt es keine große Rolle ob wir (oder unsere Vorfahren) sich dessen überhaupt bewusst sind.

Fakt ist, dass der lanet Erde schon längst nicht mehr genügend Nahrung bieten könnte um die Menschen zu ernähren. Fakt ist, dass dies ausschließlich durch speziell gezüchtete Sorten überhaupt erst möglich gemacht wurde. Unsere Nutzpflanzen sind heute ertragreicher, geschmackvoller und nahrhafter als sie es noch vor 20.000 Jahren waren. Glaubt Ihr nicht? Ist aber leider (oder besser: glücklicherweise) die Wahrheit.

Pflanzenzüchtung

Dazu muss man sich im Grunde auch nur ansehen, wie Menschen bisher Pflanzen gezüchtet haben. Ob man dabei nun wartet, bis eine Pflanze von selbst auf eine Art und Weise mutiert, die Ihre Eigenschaften zu unseren Gunsten ändert oder ob man diese Mutation absichtlich provoziert ist am Ende nur eine Frage, wie schnell man Ergebnisse sehen will.

Genetische Mutationen sind Teil unserer Natur, bilden das Rückgrat der Evolution schlechthin und ohne Mutationen würde es weder uns, noch irgendwelche anderen Arten überhaupt geben. Noch nicht einmal Einzeller hätten sich ohne Mutationen des Genoms entwickeln können.

Wie funktioniert Evolution

Kurzer Themenwechsel zur Evolution, damit wir nicht vergessen wie sie funktioniert: Man nehme eine x-beliebige Lebensform zu einem x-beliebigen Punkt Ihrer Existenz. Ein einzelner Nachkomme erlebt eine Mutation in Genom. Diese Mutation kann subtil sein, sie kann aber auch entscheidend sein.

Nehmen wir als Beispiel den Menschen, der eigentlich von Natur aus als Erwachsener Laktose intolerant ist, Milchzuckerhaltige Nahrung also gar nicht verdauen kann. Irgendwann kam es zu einer Mutation, die dazu führte, dass ein Säugling auch nach der Stillphase über die gesamte Lebensspanne Milchzucker verarbeiten konnte. Daher kann der Mensch heute Milch trinken (meistens).

Asiaten oder Afrikaner waren von dieser Mutation nicht betroffen, weswegen diese bekannterweise keine Milch vertragen.

Wie entstehen Mutationen

Ohne allzuweit in das Fachgebiet der Biomolekularphysik abzuschweifen basiert jedes Lebewesen auf seinen Genen. Dem Bauplan sozusagen. Diese komplexen Proteinketten können durch verschiedene Faktoren beschädigt werden. Normaler Zerfall, Strahlung oder andere andere Einflüsse können es auslösen – und Mutationen werden ständig ausgelöst. Ob wir nun davon etwas bemerken oder nicht.

Ein relativ simpler Mechanismus ist beispielsweise UV-Strahlung. Die kommt von der Sonne, der sind wir ständig ausgesetzt, unsere Zellen können also jederzeit mutieren. Sie taten es schon immer – das hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind.

Tragischerweise führen solche Mutationen auch zu Krebs, mehr dazu könnt ihr hier nachlesen: http://canariablog.com/2015/11/27/warum-man-krebs-nicht-heilen-kann/

Was hat das nun mit Pflanzen zu tun?

Um den Zusammenhang zu verstehen muss man sich nur ansehen wie in der Vergangenheit die Pflanzen gezüchtet wurden, die wir heute als alltäglich ansehen. Sei es Weizen, Mais oder Soja. Mancher würde denken, diese Pflanzen waren schon immer da, aber das ist ein Irrtum. Diese Sorten wurden alle irgendwann gezüchtet und das machte man damals wie heute so:

Man nehme 1000 Keimlinge oder Samen und setze sie UV-Strahlung aus. Man provoziert eine willkürliche aber zufällige Reihe an Mutationen. Danach werden diese Pflanzen gezogen und man beobachtet das Ergebnis.

Viele hundert von diesen bestrahlten Zöglingen keimen erst gar nicht, gehen ein oder sind minderwertig, aber vielleicht ist 1 Pflanze dabei, die besonders schnell wächst, besonders große Früchte trägt, Immun gegen Krankheiten ist oder schlichtweg weniger Wasser oder anderen Boden benötigt.

Und siehe da, man hat eine neue Züchtung erschaffen, die man lediglich vermehren muss und schon hat man eine bessere Pflanze geschaffen indem man das Genom willkürlich mutiert hat.

Kein Mensch kann sagen, ob diese Pflanze auch negative Seiten hat. Kein Mensch kann sagen, ob diese Pflanze nicht vielleicht zu Krankheiten führt. Aber sie wurde ja nicht genetisch „designed“ – der Konsument hat davor keine Angst.

Diese Methode funktioniert seit jeher, wird seit jeher angewandt und nur weil wir heute Pflanzen kultivieren, die wir vor Jahrhunderten gezüchtet haben, bedeutet das nicht, dass man damals nicht einfach zufällige Mutationen herbeigeführt hat ohne überhaupt zu wissen was man tut.

Wer jetzt meint, dass die Kreuzung von zwei Pflanzen etwas anderes wäre, der liegt leider daneben. Es ist dasselbe Prinzip. Man erzwingt eine genetische Abnormität und hofft, dass das Ergebnis besser ist. Wieder mehr oder weniger Zufall.

Die Genetik

So. Und heute kommt die Genetik. Ein Fluch in den Augen vieler – spiele man doch Gott – und die Kritiker der Genetik sind tatsächlich der absurden Überzeugung, dass ihr Weissbrot aus althergebrachtem Weizen genfrei sei – er ist es nicht. Die genetischen Spielereien damit liegen nur lediglich mehrere tausend Jahre in der Vergangenheit. Der Weizen, den wir heute sehen, hat so nie auf der Erde existiert. Tatsächlich glaube ich sogar zu meinen, der ursprüngliche Weizen existiert auf diesem Planeten gar nicht mehr.

Was genau macht den Leuten also vor der Genetik Angst? In der Genetik wird gezielt nach Eigenschaften von Pflanzen geforscht, es wird gezielt Verständnis über das Genom aufgebaut. Man ist heute in der Lage hocheffektive Nutzpflanzen zu modellieren, wofür die altehrwürdigen Pflanzenzüchter noch Generationen an Zufällen und Bestrahlungen benötigt haben.

Aber Genetik ist ja böse.

Die Zukunft der Ernährung

Fakt ist auch, dass der Planet irgendwann nicht mehr in der Lage sein wird die steigende Anzahl an Menschen zu ernähren. Was dann. Würde es nach der Natur gehen, so würden viele von uns verhungern. Hungersnot wäre alltäglich. Wollt Ihr das? Könntet Ihr entscheiden, wer leben darf und wer nicht?

Die Genetik allerdings könnte dazu beitragen, dass Nutzpflanzen noch effektiver werden – nur sie ist in der Lage den steigenden Nahrungsbedarf der Menschen zu decken – eine Tatsache um die man nicht herumkommt. Früher oder später wird es nunmal notwendig sein.

Monsanto & Co

Ein sensibles Thema. Ich vertrete die Meinung, dass man die Genetik nicht behindern dürfe. Aber das ein Konzern wie Monsanto in der Lage ist Bauern zu verklagen, weil eine Monsanto Spore auf Ihrem Acker gelandet ist – das darf einfach nicht sein. Das ist aber Aufgabe des Gesetzgebers – er hat dafür zu Sorgen, dass sich ein Bauer, der sich kaum vor fliegenden Sporen schützen kann nicht dafür fürchten muss, vom großen Konzern verklagt zu werden.

Der Gesetzgeber  versagt hier leider auf ganzer Linie – schade drum. Aber die Genetik – als (lebens)wichtiger Forschungsbereich darf dafür genausowenig kritisiert werden, denn die Genetik hat viel für die Menschen getan – ob sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht.

Genetik auf den Kanarischen Inseln

Ganz speziell die kanarischen Inseln könnten nämlich erheblich von der Genetik profitieren und so ein Musterbeispiel für viele andere Ort mit besonderen geologischen Merkmalen dienen.

Bekannt ist, dass die Kanaren wenig Wasser haben, dafür aber relativ gleichbleibende Temperaturen. Eine genetisch modellierte Pflanze, die sich diese Umstände besser zu Nutze machen kann, brächte für alle Beteiligten große Vorteile. Denkbar wären Pflanzen die besser in der Lage sind Feuchtigkeit nachts aus der Luft aufzunehmen – davon haben wir nämlich reichlich. Und es gibt hier auch viele heimische Pflanzen die sich dieses Prinzip mitunter zu Nutze machen.

Der Sinn einer modernen Gesellschaft sollte sein, die Möglichkeiten, die man hat auch zu nutzen, ohne dass ein großer Teil der Menscheit aus Unwissenheit gleich in Unmacht fällt und einen shizophrenen Panikanfall erleidet.

Neben der Nahrung kann die Genetik nämlich am Ende auch unsere schlimmsten Krankheiten heilen. Es gibt heute Menschen, die sind immun gegen HIV, es gibt Menschen, die bekommen keinen Krebs – sie alle haben etwas in Ihren Genen, dass es zu erforschen gilt, damit auch andere davon profitieren können.

Seid offen gegenüber der Wissenschaft – denn Sie wird uns irgendwann den Arsch retten. In diesem Sinne hoffe ich, dass Ihr den Artikel zumindest interessant gefunden habt.

Mich interessiert eure Meinung! Wie steht Ihr zur Genetik, was macht euch Angst, was würdet Ihr anders machen – schreibt es in die Kommentare

2 Gedanken zu „Saatgut-Genetik: Fakten, die niemand bedenkt“

  1. Züchtung und Genetik sind 2 vollkommen verschiedene Paar Schuhe! Diese Tatsache alleine bringt mich zu der Aussage: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.“
    Wie kann man nur solch einen Blödsinn schreiben? Ich hoffe nur das hier liest keiner weiter und wenn doch, dass derjenige ein Hirn hat zum einschalten!

    1. „Als Zucht wird in der Biologie die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung bezeichnet“ – insofern kann ich Deinen Kommentar nur hochhalten 😉

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