Spanien will Hyperlinks besteuern

Manchmal weiß man nicht, ob man lachen, heulen oder einfach einen Berg hinabstürzen will, wenn man lesen muss was sich spanische Politiker mal wieder haben einfallen lassen.Es geht natürlich um eine weitere Gebühr. Diesmal im Sinne der Urheberrechtsverletzungen. Verstöße gegen das Urheberrecht sollen künftig bis zu 300.000 Euro kosten (welche sicherlich nicht dem Urheber sondern dem spanischen Staats-Säckle zu Gute kommen, was ja auch ganz im Sinne der Sache ist).

Außerdem – und das ist viel wahnsinniger – will man Hyperlinks besteuern. Das ist sowas:

Klick mich

Da man ja damit potentiell auf illegalen Inhalt verlinken KÖNNTE, will man solche Links vergebühren. Ich kann mir zwar beim besten Willen nicht vorstellen, wie Spanien hier „zählen“ will, aber wer weiß, vielleicht setzt man tatsächlich irgendwo ein Äffchen in einen Keller, der bei jeder Seite die Links zählt und dann direkt eine Rechnung an den Seitenbetreiber stellt.

Ich meine – hey! – wie könnte man besser Geld verdienen? Man nimmt einfach etwas, was es in Massen gibt und legt eine Gebühr drauf. Links zum Beispiel! Chapeau!

Ich frage mich, wann Spanien beginnt, Internet-Traffic zu vergebühren. 1 ct pro kiloByte? Man könnte auch direkt eine Sauerstoff-Steuer einführen.

Was Spanien damit aber letztendlich erreicht ist sonnenklar und liegt auf der Hand: Die ehrlichen Bürger/Steuerzahler werden bestraft. Alle anderen sind ohnehin bereits im Ausland oder werden dann eben ins Ausland abwandern. Man steigert also nur die Wirtschaftsabwanderung.

Wenn die spanische Regierung so weiter macht, wird bald niemand mehr da sein, der Steuern bezahlt.

Generell bleibt es erstmal abzuwarten, was tatsächlich mit der Hyperlink Geschichte passiert. Immerhin gab es darüber schon in der Vergangenheit mehrere Debatten und es gab auch bereits einige richterliche Beschlüsse mitunter auch vom EU Gerichtshof. Von daher hat Spanien vermutlich einfach die Hausuafgaben nicht gemacht, in der letzten Parlaments-Sitzung zuviel „Ganja“ konsumiert und mal wieder ein Haufen Kohle für etwas rausgeschmissen, was letztendlich nicht funktionieren kann. Aber scheinbar hat man’s ja.

Was bedeutet das jetzt konkret?

Gute Frage. Man weiß es nicht, bevor es endgültig entschieden ist – viell. ist es ja auch nur ein Warnschuss. Zweifelhaft bleibt nach wie vor die Durchführbarkeit. Wie will man Hyperlinks überhaupt vergebühren? Vorstellbar wäre eine eigene Suchmaschine, die laufend Hyperlinks auf einer Webpräsenz zählt. Dann müsste aber auch jede Webseite erfasst werden und man käme zu einer Meldepflicht für Webseiten. Dann ist der Ofen aber tatsächlich aus und niemand würde mehr in Spanien Webseiten hosten. Das wären Zustände schlimmer als in China.

Sollte tatsächlich eine Vergebührung auf Hyperlinks kommen (was unwahrscheinlich ist) – dann wird man in Zukunft eben einfach keine Hyperlinks mehr finden (nur noch Textlinks). Die kann man dann zwar  auch per rechten Mausklick öffnen, zustzlich findet man aber den folgenden Text:

„Entschulding, aus kostengründen können wir unsere Links leider nicht mehr klickbar machen“

Außerdem wird es eine Flut an selbsternannten Anwälten geben, die massenweise Webseitenbetreiber abmahnen, weil sie irgendwelche Links blablabla .. Spanien sorgt also direkt dafür, dass es in Zukunft auch für abtrünnige Rechtsanwälte ohne richtiges Talent auch Jobmöglichkeiten gibt.

Was soll man groß dazu sagen, es ist ja auch nichts neues, die letzten Jahre hört man regelmäßig immer mehr solchen Mist, da darf man sich nicht wundern, dass Spanien vor der Pleite steht. Das liegt ja nicht darin begründet, dass sie keine Steuern einnehmen – aber wenn man sieht, welcher Bockmist politisch entschieden wird ist es nicht verwunderlich, dass sie auch mit Geld nicht umgehen könnten. Selbst, wenn sie jetzt plötzlich die 10fache Menge an Steuern einnehmen würden, würden sie pleite gehen. Es gibt eben Leute, die fahren einen Wagen immer an die Wand, ganz egal wie weit entfernt die Wand ist.

Am Ende noch ein treffendes Zitat von oben verlinktem Artikel / golem.de:

Vertreter der digitalen Werbetreibenden kritisierten den Schritt dagegen. Vom Verband IAB hieß es, die Abgeordneten hätten die Komplexität der Lage nicht verstanden. Das Gesetz behindere das digitale Ökosystem durch eine unverhältnismäßige Kriminalisierung der verbreiteten Kommunikationspraxis. Internet-Unternehmen äußerten Bedenken, weil viele Geschäfte von der Verlinkung auf andere Inhalte abhingen. Auch Google äußerte sich bereits im Februar kritisch zu den Plänen.

Im internationalen Dialog stossen die kürzlichen Entscheidungen der spanischen Regierung auf immer mehr Widerstand und Sorge. In einzelnen Foren wurde Spanien bereits als Gefahr für die Freie Welt bezeichnet – etwas übertrieben sicherlich, aber dennoch ein Ausblick darauf was vielleicht noch folgen könnte. Wie seht ihr das?

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