… und noch mehr Bremshügel

Gran Canaria wird ja mittlerweile immer bekannter als die „Insel der Bremshügel“ – zu verdanken ist dies der immer höher steigenden Anzahl an Fahrbahnschwellen in immer kürzer werdenden Abständen. Man könnte fast meinen, man hätte eine „finanzielle Einigung“ mit allen KFZ-Werkstätten oder Bremshügel-Herstellern getroffen.

In Salobre ist heute gleich noch einer dazu gekommen. Vor kurzem erst hat man damit begonnen, in Salobre (auf einer Strecke von 1000m) 5 Bremshügel zu asphaltieren. Bis heute sind sie NICHT markiert, abgesehen von dem Zebrastreifen, den man einige Tage später drauf tapeziert hat.

Teilweise hat man dort nun 2 Zebrastreifen mit weniger als 5 Meter Abstand – Hirnlosigkeit Nummer 1 – die alten (Plastik-)Bremshügel hat man natürlich nicht entfernt (warum auch), also gibt’s nach einer betonierten Asphaltschwelle gleich noch eine Plastischwelle hinten dran (<1 Meter Abstand)

Dem nicht genug, sind die Bremshügel bei Steigungen montiert und schlecht sichtbar – die Bergabfahrer knallen gerne dagegen, die Bergauffahrer sind oft zum Nutzen des 1. Ganges gezwungen – da freut sich die Umwelt – ob sich der Anrainer wegen des zusätzlichen Lärmes auch so freut, weiß ich allerdings nicht. Es gibt aber noch mehr Gründe gegen Bremshügel

Innerhalb dieser Ortschaft is 40 km/h Limit – überfährt man allerdings die Fahrbahnschwellen mit 40, gibt’s einen Knall – denn die sind eher für 20 km/h ausgelegt – 5x hintereinander wohlgemerkt – beschlenigen , bremsen, .. naja, jeder Mensch mit 5 Gehirnzellen kann sich ausmalen, dass dies alles andere als Umweltschonend ist.

Man hat wohl noch ein Fleckchen gefunden, an dem die Straße noch uneingeschränkt benutzt werden kann und heute dann prompt auch seinem natürlichen Zweck mit einem Bremshügel entfremdet. (Bilder folgen)

DSC_0181

DSC_0182

Der „neue“ ist gänzlich unmarkiert, schmal und 20cm hoch. Sehen tut man ihn nicht, da er eigentlich aussieht wie der Schatten des angrenzenden Strommastens. Super gemacht, ganz ehrlich. Scheinbar sind bei den Entscheidungsträgern schon die 5 Gehirnzellen zuviel verlangt.

Heute liegt da auch noch einiges an bauschutt rum, sodaß an ein Bremsen gar nicht zu denken ist – wir erinnern uns, dort ist 40 km/h und bei der Geschwindigkeit gibt’s einen Knall und die Stossdämpferseiten freuen sich, dass sie sich endlich mal die Hände geben können.

In dem kleinen Stücken Salobre sind nun 6 Bremshügel (wenn man die Plastikteile weglässt, die da immer noch stehen!) – das ergibt alle 166m einen bremshügel – ich glaube, dass ist ein neuer Rekord.

Zuletzt dachte ich noch, dass die Bremshügeldichte von Salobre nach Bellavista (32 Stück auf 6km, = alle 200m ein Bremshügel) nicht zu schlagen wäre, aber siehe da, Spanien hat’s doch noch hinbekommen. Scheinbar hat man trotz „Krise“ noch genügend Geld für solche Spielchen – bringen tut’s nic außer eine Erhöhung der Unfallgefahr, dazu ein Beispiel aus erster Hand:

Ich fahre durch Salobre (mit 40 km/h) und sehe am Straßenrand einen Fussgänger am Zebrastreifen stehen – auf Ihn konzentriert, ob er nun Queren will oder nicht (er wollte nicht, stand da nur) hab ich auf den Bremshügel vergessen, denn ich dann trotz Vollbremsung mit 30 km/h „übersprungen“ habe (ja, es sind Sprungschanzen) – das Motorrad ist sofort ausgegangen und ich hatte erstmal einen Schrecken.

Was lernen wir daraus? Die Regierung will scheinbar, dass wir alle Verkehrsgefahren ignorieren und uns nur noch auf die Fahrbahn konzentrieren – ob sie denn auch wirklich befahrbar ist.

Da frage ich mich doch eigentlich, wozu noch Tempolimits? Oder warum werden Schlaglöcher überhaupt ausgebessert? Wieso reißen wir nicht einfach alle Straßen ab und fahren wieder auf Feldwegen wie noch vor den Römern? Am besten mit Pferdekarren und 3 km/h. Was man da Geld einsparen könnte! Asphalt ist immerhin teuer.

Scheinbar hat man in Spanien „vergessen“ was der Zweck einer Straße ist – die Römer wussten das schon vor tausend Jahren – vermutlich ist man damit beschäftigt, Steuergelder zu verschwenden und Arbeitsplätze zu vernichten

5 Gedanken zu „… und noch mehr Bremshügel“

  1. Hallo,

    danke für den Hinweis! Ich schlage vor wir Bremshügelgegner organisieren uns endlich und machen entweder eine Unterschriftensammlung gegen diesen Unsinn, oder eine Petition beim Parlament, oder ganz praktisch: eine Neonorange-Spray Aktion, bei der man nachts die Bremshügel besprüht mit etwa folgendem: Dieser Bremshügel wird einem Menschen in einer Ambulanz das Leben kosten! (Natürlich auf spanisch und kurz und knackig. Wer ist dabei?

    1. Bin sofort dabei – ich hatte ja eventuell vor eine Sammelklage gegen die Stadt einzureichen oder so – aber ob das in Spanien überhaupt irgendeinen Sinn hat ist die andere Frage .. mittlerweile hätte ich eher Lust ne Bombe zu legen. So – jetzt schaut wenigstens die NSA auch zu

  2. Ich frage mich schon die ganze Zeit was für Vollpfosten hier die Planungen im Straßenbau vollziehen. Mal abgesehen von den ganzen Bremshügeln ,finde ich auch die Baumaßnahmen in Playa del Ingles absolut Hirnrissig, da werden überall neue Straßenzüge (mit viel Zeit) planiert, mit Pflastersteinen die für den Straßenbau gar nicht geeignet sind, die fertigen Teile der Straße sind noch kein Jahr alt, und schon lösen sich die Pflastersteine , ausserdem werden mit diesen Baumaßnahmen hunderte Parkplätze abgeschafft, wo die eh schon sehr rar sind. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der zeit bis diese Bremshügel auf der Avenida de Tirajana Einzug halten, wenn diese nicht wie schon mal geplant auch zur Fussgängerzone umsaniert wird, dann fahren nur noch Busse und Taxis durch Playa . Manchmal denke ich, das nur Leute diese Scheiße planen, die selber kein Auto fahren, so Ökoheinis aus dem Hause der Grünen. Ich hatte schon überlegt, wenn man einen Bekannten hätte der Baumaschinen besitzt, mal in der Nacht mit einem großen Radlader die Dinger wegschieben, oder vor dem überqueren der Bremshügel immer zu hupen, damit die Anwohner sich beschweren. Warum müssen immer alle Autofahrer leiden , nur weil ein paar wenige zu blöd zum Autofahren sind.
    Das nächste Hirnrissige Projekt wird auch gerade in Bahia Feliz gebaut. Auf der Höhe einen Kreisverkehr zu installieren, ist ja eine gute Idee, aber warum sollte man es sich einfach machen und nur einen Kreisverkehr zu integrieren, man nimmt eine von den zwei Spuren vor dem neuen Kreisverkehr Richtung Las Palmas weg, macht dort einen schöne Steinmauer hin und dann kommen da vielleicht Parkplätze rein, sieht zumindest so aus, jetzt ist es nur eine Frage der Zeit ,bis einer der nach der Eröffnung(wann?) nicht an die neue Straßenführung denkt, oderr sie noch nicht kennt, dort mit 80 oder mehr reinballert.

    1. Ich hab zugesehen, wie sie die bauen, da wird erst eine Furche quer über die Straße gegraben darin wird dann der Bremshügel gebaut – also selbst WENN man den wegheben würde, bliebe ein tiefer Graben.

      Bremshügel bauen können Sie mittlerweile – da sind Profis am Werk – eh klar, bei der Erfahrung ..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.