Afrikanische Kakaobauern probieren Schokolade zum ersten Mal

Gerade gefunden, eben jenes Video, wo ein paar Kakaobauern der Elfenbeinküste (Hauptanbaugebiet für Kakaobohnen) zum Ersten mal in Ihrem Leben Schokolade angeboten wird – also das Produkt, welches aus Ihren Erzeugnissen letztendlich hergestellt wird.

Tatsächlich wissen Sie nichtmal, was aus Ihren Kakaobohnen hergestellt wird. Aber es interessiert sie auch nicht. Sie wollen sich lediglich Ihren Lebensunterhalt verdienen und merken eher an, dass der Preis nicht gestiegen sei und die Ernte schlecht war.

Auch, wenn ich mir damit jetzt keine Freunde mache, so ist das doch ziemlich sinnbildlich für die afrikanische Wirtschaft. Man will nicht nachdenken, man will nicht schneller/mehr arbeiten – man will seinen ruhigen langsamen Lebensstil fortführen und dafür lediglich einfach mehr Geld verdienen. Das ist nichtmal böse gemeint, es ist eben Ihre Art.

In den Kommentaren zu dem Video kann man eigentlich drauf wetten, dass sich einer findet, der die „Sklaventreiberei“ der westlichen Konzerne anprangert, dass diese Kakaobauern ja so arm sind obwohl die Industrie Millionen macht. Meistens sind das Leute ohne Sinn für Wirtschaft, die Millionen kommen nämlich lediglich von der Menge der verkauften Waren, nicht vom Gewinn der Einzelware.

Angenommen, der Konzern verdient nur 10 ct pro tafel Schokolade – ist er damit reich? Nein. Verkauft er aber 10 Millionen Stück davon, hat er einen Reingewinn von 1 Million. Ganz ohne Wucher. Derselbe Schokoladenverkäufer der nur 100 Stück verkauft nagt am Hunderstock – der Kakaobauer bekommt von beiden dasselbe – wie kann es also „Sklaventreiberei“ sein? Wirtschaft in seiner Grundform.

Afrika ist aber auch ein Beispiel für sich. Klar sind es nette Leute, klar sind sie teilweise sehr arm. Aber anzunehmen, dass daran immer die anderen schuld sind ist auch nicht korrekt. In den letzten Decaden gab es Unmengen von Hilfsprojekten. Es wurden beispielsweise Brunnen gebaut – man hat Ihnen einen Brunnen geschenkt, damit Ihre Trinkwasserversorgung besser wird.
So ein Brunnen benötigt allerdings eine gewisse Menge an Wartung, um langfristig zu funktionieren. Also zeigt man jemandem vor Ort, was er zu tun hat. Tut nur dann keiner. Der Brunnen verfällt, wird irgendwann nicht mehr funktionieren. Und die Afrikaner sind wieder arm und am verdursten.

Dabei ist das keine Sache der Bildung – einem Menschen beizubringen, ein Zahnrad zu ölen oder ggf. auszuwechseln ist nun keine Aufgabe, die jahrelanges Studium erfordern würde. Aber scheinbar will man nicht – man will sich nicht dem westlichen Arbeits-/ und Wartungszwang unterwerfen – also funktionieren auch westliche Errungenschaften nicht.

Auch das Beispiel mit dem Brunnen steht dabei sinnbildlich für Afrika und zeigt auch ganz gut, warum Afrika immer noch – ohne Unterbrechung – ein Entwicklungsland ist und bleibt – ein Entwicklungsland, welches sich eben nicht entwickelt, es wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern, weil es die Mentalität der Einwohner nicht zulässt – im Grunde wollen Sie nicht dass sich am System etwas ändert. Sie wollen nur, dass sich Teile verändern ohne dass sie dafür selbst irgendetwas tun müssen.

Natürlich könnte man die nötige Infrastruktur für Bewässerung etc herstellen – kein Problem – nur was soll es bringen, wenn sich danach keiner um diese Technik kümmert. Selbst simple Solarzellen müssen regelmäßig gereinigt werden – tut man das nicht, versagen Sie Ihren Dienst. Das ist dann eben „kaputt“, man zuckt die Schultern und man hat eben keinen Strom mehr. Ein verstopftes Rohr kann eine komplette Bewässerung lahmlegen – die würden einfach verhungern, weil sich keiner zuständig oder befähigt fühlt das Problem zu lösen. Darauf lassen sie sich dann eher auch nicht ein.

Das klingt sicherlich alles sehr böse, abwertend oder gar beleidigend – soll es aber gar nicht sein. Ich kritisiere Menschen nicht dafür wie sie sich entschieden haben zu leben – ich kritisiere eher die Leute, die herumlaufen und herumheulen, dass es Afrika so schlecht geht, obwohl sie die Umstände gar nicht kennen. Immer sind die Konzerne schuld, immer werden Sie ausgebeutet.

Selbst, wenn man einen Afrikaner nach Deutschland bringt, wird er dort kein Vermögen verdienen, wenn alle paar Monate ein paar Kilo Kakaobohnen verkauft – das muss einfach jedem klar sein, dass man damit hier wie dort eben keine Grundlage hat. Natürlich mit dem Unterschied, dass er sich DAVON in Afrika ein (Über-)Leben leisten kann, was er im Westen nicht könnte.

Und dazu kommt jetzt auch, würde man den Afrikanern nun plötzlich den 10fachen Preis für Ihre Kakaobohnen bezahlen – dann würde der Endkunde damit auch plötzlich den 10fachen Preis für Schokolade bezahlen müssen – uh – dann würden Sie aber schreien und zetern, dass dies ja Wucher wäre .. weil die meisten Menschen eben keine Ahnung von Marktwirtschaft haben.

Afrika mag ein armes Land sein, keine Frage, aber ganz unschuldig sind sie eben daran nicht.

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