Was Doping und Inflation gemeinsam haben

Auf den ersten Blick sind Doping und Inflation zwei völlig verschiedene Dinge, ja tatsächlich haben viele Menschen keine Ahnung was Inflation wirklich ist und denken doping wäre einfach nur unfair.

Ganz so einfach ist es aber wiederrum nicht. Doping ist in erster Linie nicht (nur) unfair. Es verschafft aber eben jenen einen Vorteil, die es sich leisten können entsprechend viel Geld in Forschung Pharmazie zu stecken. Erst hier ist es unfair, weil eben jene ohne große Sponsoren diese Möglichkeiten nicht haben. Im Sport ist man also primär daran interessiert, dass alle Teilnehmer grundlegend gleiche Chancen haben.

Würde man nun JEDEM teilnehmenden Sportler entsprechende Dopingmittel zur Verfügung stellen, wären die Chancen auch wieder gleich, jeder hätte dieselbe Grundlage zu seiner eigenen Leistung.
Allerdings würde das auch bedeuten, dass Doping ad absurdum geführt würde, da man ja nun keinen Vorteil mehr gegenüber dem Wettbewerb hätte. Doping wäre dann zu 100% „inflationiert“.

Inflation bedeutet streng genommen, dass eine Sache Ihren Wert verliert. In Bezug auf Geld und im täglichen Alltag bedeutet es eigentlich nichts anderes als den Tauschwert von 1 Euro in entsprechende andere Dinge/Waren.

Geldwert: Wieviel Kilo Brot bekomme ich für 1 Euro

Wie wir alle wissen, ändern sich die Preise mit der Zeit. Alles wird teurer, manches wird günstiger aber ganz grundlegend ist der Wert einer Sache immer durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Gibt es also von einer Sache besonders viel, wird der Wert sinken, da einfach die Nachfrage sinkt. Der Wert von Brot ist also relativ gering, weil jeder kann es herstellen ohne großen Aufwand zu unternehmen. Der Wert von Plutonium dagegen ist sehr hoch, weil es nur schwer oder aufwendig herstellbar ist („alle wollen es, aber es ist zu wenig da)

Überflutet man also den Markt mit einer Sache (der Markt übersättigt) dann sinkt der Wert dieser Sache – im schlimmsten Fall auf den Wert von null.

Beim Geld verhält es sich genauso. Je mehr Leute viel davon besitzen, desto weniger ist Geld wert. Würde man also jetzt hingehen und jedem(!) Europäer 1 Euro schenken, dann würde man damit effektiv den Wert des Euros maßgeblich vermindern. Im Grunde würde einfach der Wert der gesamten Geldmenge um eben jenen verschenkten Betrag sinken.

Wenn also jeder(!) einen Euro geschenkt bekommt, dann ist dieser Euro nichts mehr wert. Man hat zwar auf dem Papier 1 mehr, aber der generelle Wert des Geldes ist um 1 weniger, weil es hat ja jeder. Siehe Beispiel mit dem Doping oben, der Vorteil ist gleich null.

Ganz besonders drastisch wirken sich dabei bspw. Mindestlöhne aus, die eine sehr große Bevölkerungsgruppe betreffen. Paradoxerweise bekommen sie zwar auf dem Papier ein wenig mehr Geld, gleichzeitig aber wird der Wert des Geldes um denselben Geldbetrag minimiert – der Euro inflationiert. Das passiert nicht sofort, aber in einem relativ kurzen Zeitraum.

Ebenso wie Doping damit den Wettbewerb verzehrt tun dies also auch Mindestlöhne – es hilft keinem. Es geht keinem dadurch besser (psychologisch vielleicht für eine kurze Zeit) im Gegenteil – die ganze Gesellschaft erfährt dadurch einen Nachteil -> alles wird teurer und im internationelen Wettbewerb hat die Entwertung gravierende Auswirkungen.

Ein augenöffnendes Beispiel könnte vielleicht sein:

Ab wann zählt ein Deutscher als „reich“ und ab wann zählt ein Inder als reich.

Der Deutsche wird meinen er bräuchte mindestens ein Einkommen von 10.000 Euro/Monat um in der Gesellschaft als „wohlhabend“ zu gelten.

Der Inder allerdings, wäre bereits mit 1.000 Euro/Monat stinkreich in seiner Gesellschaft.

Das, meine Freunde, ist Inflation und es zeigt auch sehr eindrucksvoll wie viel wir bereits verloren haben – beängstigend ist allerdings die Tatsache, dass weder Wähler noch Regierung das erkennen und entsprechend etwas dagegen tun.

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