Post auf Gran Canaria

Jaja, das leidige Thema Postzustellung. Das hat hier so seine Eigenheiten und zwar auf mehreren Ebenen. An einigen kann allerdings die Inselgruppe selbst gar nichts dafür, aber hier ein kleiner Bericht über die Post auf Gran Canaria und was man wissen muss.

Generelle Zustellung

Je nachdem wo man auf der Insel sein zu Hause hat, kann das bedeuten, dass man seine Post bekommt oder eben auch nicht. Einer der Gründe ist beispielsweise, dass einige Straßen abseits der bekannten Touristenzonen keine oder keine bei der Post bekannten Namen haben. Auch Hausnummern sind manchmal schlichtweg abwesend und das kann sogar soweit gehen, dass ganze Straßen auf dem Papier gar nicht existieren.
Vieles hängt also tatsächlich am Postboten und seiner Ortskundigkeit – ja, auch an seinem generellen Antrieb 🙂

Es kommt allerdings häufiger vor, dass Pakete gar nicht zugestellt werden, falsch zugestellt werden, zurückgeschickt werden, irgendwo verlegt werden oder gar gänzlich verschwinden. Jedem ist also prinzipiell erstmal beim bezug einer neuen Bleibe zu empfehlen, eine kleine Testbestellung irgendwo zu machen nur um zu sehen, ob der Postbeauftragte in der Gegend weiß, wo man wohnt.

Annahme eines Paketes

Wenn also ein Paket direkt vom Postboten gebracht wird, ist die folgende Prozedur eigentlich recht simpel. Der Postbote kassiert eventuellen Zoll und auch die Postgebühr. Ja, die kommt hier immer oben drauf, ist so, lässt sich nicht ändern. Manchmal gibt es keine Gebühr, aber ich muss gestehen, ich habe das System nicht wirklich durchschaut.

Wer also ein Paket erwartet sollte sich Bargeld zu Hause vorrötig legen und am besten noch halbwegs passend. Was doof ist, weil man das vorher ja nie weiß 🙂

Lieferzeit

Tja und hier kommen wir bereits zum wirklichen leidigen Thema. Der Transportzeiten. Das liegt auch nicht wirklich an schlecht motivierten Zustellern sondern schlcht und ergreifend am spnaischen Festland und deren Zollabfertigung. Brauchen wir nicht lange herumreden, es ist einfach so.

Pakete kommen an sich sehr schnell nach Spanien und landen dann erstmal in Madrid. Beim Zoll. Und dort liegen Sie dann. 1 Woche, 2 Wochen, manchmal auch 3 Wochen – und dann kommen Sie an – AUSSER der Zoll will noch weitere Informationen wie die NIE des Empfängers oder eine Beschreibung des Paketinhaltes und Wert des Inhaltes.

Dann bekommt man erstmal einen geld/weissen Zettel zugestellt, das sogenannte „Aviso de Llegada“,  dort steht dann auch die Sendungsnummer, Absender und eine vierstellige Nummer, genannt „VEGA“ drauf.

Angeheftet eine Anleitung, was nun zu tun ist. Grundlegend reicht es eine Mail an die angegebene Adresse zu schicken, mit einem Scan der Residencia/NIE, der Rechnung zum Packungsinhalt und/oder Beschreibung + Wert des Inhaltes.

Diese Mail wird dann bearbeitet und wenn alles in Ordnung ist, dann geht das Paket weiter auf die Insel. Wenn nicht, gibt’s ne Mail zurück, was man noch bräuchte. Früher ging das noch am selben Tag, heute dauert so eine Antwort auch gerne mal 2 Tage. Leider.

Paketsendungsnummern / Tracking

Relativ neu ist die Tatsache, dass ausl. Postsendungen eine neue Sendungsnummer bekommen, sobald sie Madrid erreichen. Das manifestiert sich dann darin, dass man sein Paket solange verfolgen kann, bis es das Zielland erreicht und dann ist sense. Man weiß weder, welche Paketnummer zugewiesen wurde, noch wo das Paket aktuell ist.

Auch unkomfortabel ist die Tatsache, dass am oben erwähnten „gelb/weissen Zettel“ die spanische (neue) Paketnummer vermerkt ist. Wenn man also gerade mehrere Pakete erwartet, dann weiß man nicht, welches der Zoll gerade meint.

In so einem Fall, das Problem per Mail schildern und man bekommt die ursprüngliche Paketnummer mitgeteilt. Dazu müssen die das Paket anschauen, ob noch wo der alte Zettel klebt.

Eine Sendungsverfolgung klappt also schon eine ganze Weile nicht mehr (früher ging das halbwegs).

Zollgebühren

Dazu möchte ich nichts sagen. Nein. Wirklich nicht. Ich weigere mich. Weil ich habe es bis heute nicht verstanden. Manchmal Zoll, manchmal nicht. Dollarwerte werden 1:1 als Euro berechnet – ich habe es mittlerweile einfach akzeptiert, dass der Zoll einen für mich unnachvollziehbaren Betrag an Geld möchte. Ich könnte im Vorfeld höchstens schätzen aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob und wieviel zusätzliche Kosten ich beim Empfang des Paketes zu bezahlen habe. Schrecklich, aber nicht zu ändern.

Es gibt aber sicherlich irgendein System dahinter und irgendwo in einem kleinen Kämmerchen sitzt ein alter Spanier, der sich das ausgedacht hat und den ganzen Tag satanistisch lachend in einer Ecke sitzt und sich die Hände reibt.

Versanddienstleister

Die meisten, die diesen Blog hier lesen werden vermutlich von DHL Ihre Pakete bekommen. DHL stellt hier dann nicht mehr selber zu (ausgenommen Einschreib-Briefe etc) sondern übergibt das der spanischen Correos. Da dauerts dann manchmal doch sehr lange.

Persönlich besser finde ich übrigens UPS. Die haben hier eigene Zusteller und solcherlei Sendungen sind auch mit dem Basistarif in wenigen Tagen an meiner Türe. Keine Ahnung warum UPS das in 3 Tagen schafft, wofür „DHL“ (oder Correos) bis zu 3 Wochen benötigen, aber es ist so.

Auch Pakete aus den USA mit deren Standardversender USPS kommen in der Regeln innerhalb von 6 Tagen an, obwohl die auch über Correos zugestellt werden.

Ich hege die Vermutung, dass Pakete aus dem tollen EU Raum scheinbar sehr viel komplizierter sind als Pakete aus dem Ausland.

Solltet Ihr auch Erfahrungen mit der hiesigen Post oder generell Paketzustellung haben, schreibt mir doch einen Kommentar 🙂

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